Demenz – und weg?

Ein so bewegender Film, auf so vielen Ebenen. Weil Demenz ein großer Teil unserer Gesellschaft ist, auch wenn man sie am liebsten weg haben will. Weil es so verdammt viele verschiedene Formen gibt und neben älteren auch jüngere Menschen treffen kann. Und weil Pflegeheime zwar eine Riesenhilfe aber eben auch nicht aus der Welt sind. Mich bringt er zum Weinen, weil er so nah dran ist.

Film von Eugen Merher (und nicht offiziell von Adidas)

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Ein Moment auf dem Deich

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Ein Moment auf dem Deich, mit der jährlichen Kastanie in der Jackentasche in der einen Hand und dem Telefon in der anderen. Den Tränen des Moments und der vielen Momente, die es so nicht mehr geben wird. Und diesem einen, in dem die Welt ein kleines bisschen stehen blieb. Für mich und die meinen. Der Windstoß vom Meer, das Schaf ein Stück weiter, die Weite im Blick. Wir beide. Und dann nehme ich die Kastanie aus der Tasche, lege auf – ich weiß noch genau, mit wem ich gesprochen habe, dabei sind es so viele, so viele Menschen, Fremde und Bekannte und Geliebte, die ich Stunde um Stunde und Minute um Minute am Ohr habe – und gehe ein, zwei Schritte. Sehe das Loch im Zaunpfahl, stecke die Kastanie rein – und lasse sie da. Und mit ihr all diese Momente dort oben am Deich, in denen die Welt ein kleines bisschen stehen blieb und nichts mehr so war wie zuvor. Ich lasse sie da. Und sehe den Regenbogen.

 

 

Adé, ana y otto

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Es war einmal ein wunderbares Café, in einer ruhigen Straße gelegen, nicht weit von hier, mit guten Stühlen und Tischen, geschmackvollen Lampen und einer Schlichtheit, nach der sich die arbeitende Seele bezeiten sehnte. Es war einmal ein Café, in dem stand ein kleiner Tisch, einer von diesen Tischen, mit prima Licht von oben und einer frischen Blume in einer Vase, davor ein schöner Retro-Stuhl, bequem, wahrscheinlich von Thonet, der hat schon viele Menschen getragen, die vielleicht irgendwann mal in einem Kino saßen, in einem Seminar oder einem Vortrag. Oder eben hier, in diesem Café. Mit wirklich gutem Kaffee. Hefeschnecken mit Zimt, weichen Eiern im Glas oder einer unvergleich schmackhaften Linsen-Birnen-Suppe. Mit gutem Service, der genau wusste, was man wollte. Hier an diesem kleinen Tisch, hinten in der Ecke, an dem so viele Texte entstanden, dass ich schon nicht mehr zählen kann. Die Wörter nicht, und auch die Tränen nicht, denn diesen Tisch gibt es nicht mehr. Es gibt diesen Stuhl nicht mehr, und diese Blumen nicht, den Kaffee nicht und den Service erst recht nicht und die Zimtschnecken nicht und überhaupt fast gar nichts mehr. Doch, das Café gibt es noch, es heißt wohl auch noch so. Aber es ist nicht mehr das Gleiche. Adé, altes ana y otto. Ich werde Dich sehr, sehr vermissen. Deine Annika. Vom ersten kleinen Tisch hinten links.

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Es gibt Eis, Baby

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Man nehme eine Autorin mit dem Auftrag, über selbstgemachtes Eis zu schreiben. Eine Autorin mit Hang zu Leckereien und persönlichen Herausforderungen. Man nehme einen Kindergeburtstag mit dem Motto „Harry Potter“ und die Frage nach dem Kuchen des Tages. Man nehme außerdem die wunderbare Linda Lomelino, einen gut sortierten Küchenartikel-Laden in Prenzlauer Berg und ein Tiefkühlfach, in das eine Menge rein passt. Heraus kommt dieser Artikel und diese Eistorte oben. Mit Zauberhut. Fanden die kleinen Hexen und Magier übrigens hübscher als lecker. Dafür freuten sich die Älteren. Blieb mehr für sie übrig. War nämlich köstlich.

Rezept und Buchvorstellung folgen!

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Land in Sicht?


Vorfreude ist ja eigentlich die schönste Freude. Eigentlich. Wenn da nicht das kranke Kind wär, der eigene Husten und – nicht zu vergessen – die angesagten Temperaturen. Ein bisschen Landvergnügen werden wir aber schon haben, die nette Fotografin Frau Hermannsen und ich. Da werden auch die Bilder nicht so wackelig wie hier bei mir, wo das kranke Kind partout den kleinen Bulli nicht hergeben will und an mir zerrt und zieht. Da werden die Bilder nur wackelig, weil das Kopfsteinpflaster den großen Bulli hin und her ruckelt. Was wir so erleben werden, steht dann in der Aufs Land – und vielleicht auch hier. 

Das Wort zum Montag I

blueten

Kein einfacher Tag, dieser Montag. Die Kinder wollen nicht in die Kita/Schule, der Mann nicht zur Arbeit, ich nicht an den Schreibtisch. Müssen aber alle. Geht ja nicht anders. Sagt das große Kind beim Frühstück: „Wieso ist es nicht andersherum? Zwei Tage Schule, fünf Tage Wochenende!“ Das wär toll. Finden wir auch. Nicht unbedingt noch mal Schule, aber fünf Tage frei. Bei den Überlegungen, was dann aber noch so alles liegen blieben würde, kamen doch erste Zweifel auf. Und wie sehr würde man dann den ersten der beiden Arbeitstage hassen – gerade mal drin, kaum wieder raus. Und so nicke ich heute dem Montag zu, erfreue mich an den blühenden Bäumen auf dem Weg in die Kita, setze mich an den Schreibtisch, feile am Exposé, recherchiere und arbeite an den bestehenden und geplanten Artikeln. Neu auf dem Programm stehen bei mir der Online-Shop und der Blog für den wunderbaren Friedrichshainer Laden Snugata mit ökologischer Baby- und Kinderkleidung. Allein das wäre im Sommer noch nicht geschafft, wenn ich immer fünf Tage Wochenende hätte. Aber schön, schön wäre es irgendwie dennoch…