Alone again – ach nee

Es war kurz vorm zweiten Lockdown, an einem Montag. Es war, als raunte man überall von ihm: in der Schule, auf Twitter, überall, wo Menschen zusammenkamen. Und wenn es virtuell war. Die Zahlen gingen zu hoch, die Sorgen wuchsen zu sehr. „Bald ist er da, der Lockdown“, stand es überall geschrieben. Und wenn es im Kopf war.

Ein Gespräch über den Tod und die Trauer tat sein Übriges. Erinnerungen an meinen Vater kamen hoch, Erinnerungen an seine letzten Monate, an den Abschied, an die Zeit danach. Es war traurig – aber es war auch wichtig. Denn wie selten ist im Alltag die Zeit da für diese Momente, diese Erinnerungen.

Und dann fuhr ich im Auto, Laune im Keller, und dann kam dieses Lied. Das mich volle Pulle in die 90er zurück katapultierte, als die 80er ihr erstes Revival erlebten und ich in mich versunken irgendwo in einer Disco in Solingen all meine Teenagergefühle aus mir raus tanzte. Ich hatte es vergessen, aber dann war es wieder da. Dieses Lied. Und ich drehte auf und sang aus vollem Hals mit: „Alone again! Da da da da da da da da daaaaa, uuuh ooooh alone again, da da da da da da da daaaaa!“* Und alles war wieder gut. Für diesen Moment und viele, die danach noch kommen würden.

*Von wegen „Alone again“, der Song heißt „Enola Gay“, aber mein Verhörer passte in dem Moment: Zum Lockdown, zur Erinnerung, zur Trauer. Danke OMD.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s