Ach, 2011

Du neigst Dich nicht nur dem Ende zu, sondern trittst zum letzten Sprint an. Nur noch einen Tag, und es ist vorbei mit Dir. Ach, 2011, es hat mich gefreut. Du warst ein aufregendes, anstrengendes, viel zu schnelles Jahr. Was ist denn noch mal so passiert, frage ich mich, und gucke in meinen analogen Moleskine, um ihm ein paar blogbare Informationen zu entlocken:

Januar: Das kleine Mädchen kriegt Backenzähne und fiebert, dann fieber auch ich (seit der Schwangerschaft viel schneller und viel höher, erstaunlich). Ich unterrichte in Vertretung Yoga für Schwangere und freue mich über die Ladies Night im Würgeengel.

Februar: Diesmal tut der Bauch weh, bei allen, ich krieg auch noch eine Bindehautentzündung, und das ausgerechnet genau an meinem Geburtstag.

März: Ein neues Baby wird geboren, willkommen kleine P., die Großeltern aus dem Rheinland sind zu Besuch, das kleine Mädchen geht zum Fasching als Pipi in die Kita, da muss man nicht viel machen. Endlich nehme ich das schon länger bestehende Unwohlsein mit der Yogaausbildung ernst und finde Hintergrundinformationen, die meine Gefühle bestätigen. Aber schwer wiegen. Wie verbringen ein tolles Wochenende in Brandenburg.

April: Ich hole meinen Roller aus dem Winterschlaf. Yippie Vespa! Und dann geht es mit dem Kind zu den Großeltern und Herzensfreundinnen ins Rheinland. (Aber nicht mit der Vespa!) So schön. Zurück in Berlin wieder fieberndes Kind wegen dem nächsten Zahn. Ich nehme Abschied vom Yoga, bzw der Ausbildung und Yogarichtung. Tut auch weh. Dann heiraten William und Kate und ich arbeite bei der B.Z. fast durch, mit Riesenspaß.

Mai: Ladies Night. Eine kleine Nachbarin wird geboren, willkommen, kleine L. Unsere L. zahnt schon wieder. Unsere Lieblingsnachbarn heiraten, es wird ein tolles, familiäres Fest bei uns im Hof. Kurz darauf Wiedersehen mit vielen alten Freunden auf dem Geburtstag meiner Freundin H. Auch toll. Ende des Monats fliegen wir nach England: zur nächsten Hochzeit. Und die ist wunderschön und groß und britisch.

Juni: Der Sommer ist da. Ich genieße die letzten Wochen mit meiner frisch verheirateten Lieblingsnachbarin und ihren Kindern. Das kleine Mädchen hat (schon wieder?) Husten und Schnupfen. Und Fieber. Ist aber genauso schnell wieder gesund, wie sie krank wurde.

Juli: L. und M. sagen standesamtlich ja und feiern bei schönstem Sonnenschein ihre Liebe. Unsere L. kriegt Zahn 17 und 18, die Backenzähne. (Ah, deshalb die vorhergehende Krankheit. Bei ihr ist es tatsächlich so: jeder Zahn eine Krankheit.) Wir feiern Kindergeburtstag, den 2. Und Oma und Opa aus dem Rheinland sind auch mit dabei.

August: Es ist heiß und wir gehen als Familie ins Prinzenbad, besuchen Oma und Opa in Westfalen und feiern unser Liebesjubiläum. Dann kommt die Schimmel-Hiobsbotschaft. Ist unsere Wohnung verseucht? Die Suche geht los. Doch erstmal: BRETAGNE-URLAUB. Yippie!

September: Einer der besten, wenn nicht der beste Tag im Jahr: Er fragt. Und ich sage ja. Nach der Bretagne noch eine Woche bei den Großeltern und Herzenfreundinnen und dann wieder nach Berlin.

Oktober: Wir machen Flohmarkt, das ist aufregend und anstrengend mit kleinem Kind, aber doch auch sehr lustig. Und lohnenswert. Die weg gezogene Lieblingsnachbarin kommt nach Deutschland mit ihren Kindern und die Großeltern aus Westfalen kommen. Erste zaghafte Hochzeitsplanungen.

November: Die Suche nach dem Schimmel bringt kein Ergebnis. Ich lasse neue Fotos von mir machen und finde eine viel versprechende Stelle. Schreibe meine erste Bewerbung seit Jahren. Ein kleiner Junge wird geboren, willkommen J., und Oma und Opa aus dem Rheinland kommen. Nebenher mache ich einen Drehbuch-Kurs. Und denke über Locations nach.

Dezember: Ich bin so krank wie seit Jahren nicht und habe hohes Fieber. Wir liegen alle flach, ach ne, das kleine verrückte Mädchen nicht, die turnt uns auf den Köpfen rum. Es wird ein kleines Baby geboren, willkommen J., wir freuen uns, und ich merke, dass ich „Emmas Laden“ nicht alleine in ein Drehbuch umschreiben kann. Da blutet das Autorenherz. Auch eine wichtige Erfahrung. Aber zum Glück gibt es ja S. Und ich kriege eine Absage – wegen Überqualifizierung, wie ich auf Nachfrage heraus bohren kann (ich wusst noch nichts von den Schwierigkeiten mit Jobasagen und Klagen). Bin trotzdem traurig. Aber nicht lang. Denn trotz der vielen Arbeit des Liebsten und mir selbst machen wir uns ein wunderschönes erstes Weihnachtsfest bei uns zuhause. Und dann kommen die Großeltern aus Westfalen und wir schlemmen uns durch die Tage, in denen das kleine Mädchen mit Zwiebelsäckchen auf dem Ohr alte Pipi-Filme gucken darf. Die mag sie sehr, wieso denn bloß?

Und ansonsten: ganz viel Müdigkeit vom Arbeiten, Kleinkind im Haushalt und dem ganzen Rest, aber auch ganz viel Dankbarkeit und Verbeugen vor dem, was wir geschenkt bekommen. Unsere Liebe, die Freunde, die geblieben und neu gekommen sind, unsere Eltern und Verwandten, die geblieben sind, das Glück, ein kleines tolles Mädchen, das unser Leben herum wirbelt und die schönsten Sachen sagen kann. Und jeden Tag wächst und gedeiht. Und die Aussichten auf mehr Gesundheit sind gut: es fehlen ihr schließlich nur noch zwei Zähne im Milchgebiss.

Adieu, 2011. Und willkommen, 2012!

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