Am Ende

Die alten Zimmer geleert, die Erinnerungen aufgefrischt und ein Vorhaben nicht eingehalten. So feiern wir zum letzten Mal in diesen Räumen, der alten Dame Reihenhaus, auf dem Müll mehr als gewollt – es ist geschuldet der Zeit – und das Liebste verpackt. Was habe ich alles in den Händen gehalten, schwarz vom Staub, verblasst von den Jahren, aber umso bunter und klarer die Bilder der Erinnerungen dazu. Und so schreibe ich hier doch ein paar Zeilen, etwas Muße ist da. Die Kinder spüren die Aufregung der letzten Tage und vor allem von heute. Das Bild unserer Weihnacht zeigt sich in meinem Kopf wie in einem meiner allerliebsten Kindheitsbücher, das mir auch in die Hände fiel. Das sind wir. Und das sind wir, ein bisschen tatsächlich.
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So schiebt sich Neues über Altes, Versprechungen wurden Erfüllungen und auch wenn so manches zu Ende geht, Abschied genommen wird, trägt das Jetzt, das Wachsende und Neue das Vergangene, Schrumpfende und Alte. Erstaunlich. Familie. Immer wieder. Und was für ein Glück, Eltern und Kinder zu haben.
Schöne Weihnachten!

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Frohe Tage

Sie sind wieder da, diese besonderen, aufgeladenen, irrsinnigen und schönen Tage. Voller Emotionen und Erinnerungen, Ausblicke und Ahhhhh-Sagen. Im Kreise der Familie, der engsten und der weiteren, und der guten alten Freunde. Wir freuen uns! Frohe Weihnachten und ein kraftvolles und gutes 2013!

 

Zahlensäckchen


Was hilft gegen das Novembergrau draußen und im Kopf? Adventskalender für das kleine Mädchen vorbereiten! Mit Säckchen aus schönen Westfalenstoffen, genäht von Oma, Zahlenbuttons von hier, Kleinigkeiten wie Federn, Pixie-Bücher und ein Shawn-Fernseher und natürlich Süßigkeiten. Das alles angehängt an den Lieblingsast im Fenster, fertig ist der Spaß für 24 Tage, und ich freu mich jetzt schon auf die großen Augen von L., wenn sie das alles nachher sieht. Und am Samstag zum ersten Mal öffnen darf. Und schwupps, schon ist der Tag ein bisschen bunter – und die Gefühle auch.

All die guten Wünsche

All die guten Wünsche zum Fest kommen nicht nur an die Wand, sie gehen auch direkt ins Herz. Bringen Erinnerungen hoch und machen Weihnachten zu Weihnachten. Wie schön das ist, in den Gedanken der Anderen zu sein, und sie so auch noch mal in Gedanken zu haben. Was für eine Zeit, diese Zeit zwischen den Jahren. Da ist man fast geeicht auf Besinnung und Rückschau, auf Rührung und Dankbarkeit. Es steckt in uns drin, ganz tief verwurzelt, so fühlt es sich an. Vielleicht ein bisschen viel Melancholie und Empfindlichkeit mal wieder, aber es ist ja auch alles ein bisschen viel mehr als sonst. An Essen, Süßem, Genussmitteln der flüssigen Art, Besuch und Geschenken, wachen Stunden und Arbeit im Kopf. Ach, ich gehe jetzt einfach noch mal die Kerzen am  Tannenbaum anzünden, schieb mir einen Keks in den Mund und guck mir die schönen Karten an der Wand an. Schließlich ist diese besondere Zeit zwischen den Jahren bald schon wieder vorbei.

Tränen in den Tagen

In den Tagen vor Weihnachten ist es ganz besonders schlimm. Schon auf der Fahrt in die Heimat – die wir trotz eigener kleiner Familie noch unternehmen – geht es los. Ich könnte ständig weinen – vor Freude oder Nostalgie oder Erinnerung oder Rührung oder allem zusammen. Wenn im Fernsehen die ganzen alten Filme laufen, die ich als Kind schon geliebt und gesehen, dann gibt es meist kein Halten mehr. Auch die Bücher, die immer noch in meinem alten Kinderzimmer stehen, die Fotos, die an den Wänden meiner Eltern hängen, der Geruch in den Zimmern und der uralte Weihnachtsschmuck, sie alle rühren mich zu Tränen. Mir scheint es jetzt noch schlimmer zu sein, als vorher. Vielleicht liegt das an dem Kind, das ich nun nicht mehr nur bin, sondern das ich auch habe? Von dem ich mir wünsche, das es sich auch einmal mit Tränen der Freude und der Rührung an seine Kindheit erinnert – nicht mit Tränen des Leids und der Trauer. Da vermischen sich eigene Gedankensplitter der Erinnerung mit denen der Hoffnung. Ich war gerne Kind, ich habe es geliebt, Kind zu sein. Und ich hoffe sehr, dass auch unsere Tochter gerne Kind sein wird, es liebt, Kind zu sein. Noch ist sie ja Kleinkind. Aber das hoffentlich auch gerne.

Für eben dieses unseres Kleinkind haben wir eine CD mit den Liedern aus den Astrid-Lindgren-Verfilmungen bekommen. Und als wir das auf der Herfahrt in die Heimat gehört haben, liefen sie wieder: meine Kindheitserinnerungstränen.

Weihnachtswahnsinn – oder wie man Geschenke für sich findet

Es ist nicht zu fassen. Wenn ich mir etwas kaufen will, los gehe und suche, dann finde ich selten etwas, das mich wirklich glücklich macht. Den ewig leeren Geldbeutel nicht umsonst noch mehr beutelt. An dem ich mich freue und freue und freue. Solche Kaufbarkeiten laufen mir im Zufall zu. Wenn ich etwas anderes kaufen will. Statt des lang gebrauchten neuen Wintermantels finde ich eine Jeans, die traumhaft ist. Und die ich eigentlich nicht brauche. Oder statt eines neuen Bettbezugs ein traumhaftes Kissen, das ich eigentlich auch nicht brauche. Wintermantel und Bettbezug fehlen immer noch, aber die anderen Käufe habe ich mir gegönnt und sie erfreuen immer noch mein komisches Sparerkonsumherz. Ohne schlechtes Gewissen. Aber im Weihnachtswahnsinn Geschenke für die Lieben zu suchen – sowieso ein beklopptes Vorhaben, und dann noch etwas für sich zu finden, das wie für einen gemacht scheint, aber eben auch nicht billig ist. Das man sich wohl eigentlich besser wünschen sollte. Für das aber der nächste Geburtstag noch viel zu weit weg ist (und vielleicht gibt es das dann ja gar nicht mehr.) Dann fühlt es sich komisch an. Ein eigenes Geschenk zu Weihnachten? Oder einfach so? Drei Mal bin ich in der Bullenhitze des Kaufhauses nach anderen Erledigungen in die Ecke zu dem Regal gegangen, auf dem er lag. Wie für mich gemacht. Aber ich brauche ihn ja eigentlich nicht… Scheiß auf den Preis! habe ich mir da gedacht, beim vierten Betrachtungsbesuch, und habe zugeschlagen. Neben den – tatsächlich gefundenen – Geschenken für die Lieben habe ich nun also einen wunderschönen Kulturbeutel, aus dem perfekten Stoff und im perfekten Format. Und da sag noch einer, ich könnte nicht einkaufen.