Alone again – ach nee

Es war kurz vorm zweiten Lockdown, an einem Montag. Es war, als raunte man überall von ihm: in der Schule, auf Twitter, überall, wo Menschen zusammenkamen. Und wenn es virtuell war. Die Zahlen gingen zu hoch, die Sorgen wuchsen zu sehr. „Bald ist er da, der Lockdown“, stand es überall geschrieben. Und wenn es im Kopf war.

Ein Gespräch über den Tod und die Trauer tat sein Übriges. Erinnerungen an meinen Vater kamen hoch, Erinnerungen an seine letzten Monate, an den Abschied, an die Zeit danach. Es war traurig – aber es war auch wichtig. Denn wie selten ist im Alltag die Zeit da für diese Momente, diese Erinnerungen.

Und dann fuhr ich im Auto, Laune im Keller, und dann kam dieses Lied. Das mich volle Pulle in die 90er zurück katapultierte, als die 80er ihr erstes Revival erlebten und ich in mich versunken irgendwo in einer Disco in Solingen all meine Teenagergefühle aus mir raus tanzte. Ich hatte es vergessen, aber dann war es wieder da. Dieses Lied. Und ich drehte auf und sang aus vollem Hals mit: „Alone again! Da da da da da da da da daaaaa, uuuh ooooh alone again, da da da da da da da daaaaa!“* Und alles war wieder gut. Für diesen Moment und viele, die danach noch kommen würden.

*Von wegen „Alone again“, der Song heißt „Enola Gay“, aber mein Verhörer passte in dem Moment: Zum Lockdown, zur Erinnerung, zur Trauer. Danke OMD.

Sick and sad

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Was für ein Dezember, was für ein Januar. 

Im Zeichen der Trauer und im Zeichen der Grippe, mal hier und mal da, im Zug hin und her, durch Wind und Regen, an seinem Bett, und draußen fällt der Schnee.

In der vollen Kirche, das Bild von einem Schiff, unterwegs zu einem uns unbekannten Hafen, Ahoi und gute Reise, wir lieben Dich.

Im Bett und am Schreibtisch, viel um die Ohren, und Schmerzen darin. Das große Kind an der Seite, im Zug nach dem Sturm, wird zum Blumenmädchen, an dem Baum da im Wald.

In Gedenken an ihn, mit Liebe im Herzen, und Tränen die laufen, jeden Tag noch ein bisschen. Orangen und Ingwer, jeden Tag frisch gepresst, sie machen es besser, hoffentlich.

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