Besetzt

Ich hatte es ein bisschen vergessen. Wie sehr man besetzt ist. Wie wenig man schafft, was man vorher so unter Schaffen verstanden hat, und wie wenig der Alltag mit einem Neugeborenen, einem Säugling, einem Baby dem Alltag ohne einem solchem gleicht. Ich hatte aber auch vergessen, wie wunderbar es ist. Wie wunderbar sich dieser weiche, kleine Nacken anfühlt, das zarte Haar, von denen einige noch auf seinen Öhrchen sind. Und die ich besonders liebe. Wie warm der kleine Kopf ist, wenn man sein Kinn sanft darauf legt und welche Hitze der ganze Körper abgeben kann, so eng vor einem gebunden. Wie großartig dieses Lachen ist, dieses kehlige, quietschende und ansteckendste aller Lachen, wenn mein Haar ihn kitzelt oder wenn man ihn fliegen lässt. Es ist so schön – und auch so anstrengend zugleich. Deshalb geht es hier auf dem Blog noch ein bisschen ruhiger zu als ohnehin schon – das reale Leben braucht mich gerade voll und ganz, ich bin einfach komplett besetzt. Und weiß jetzt schon, wie sehr es mir fehlen wird, wenn es weniger wird. Denn es ist doch eine ganz besondere Zeit, diese Baby-Zeit.

Kleinigkeiten

kleinehand

Es sind die Kleinigkeiten, die einem das Herz besonders stark rühren. Und die all die alltägliche Anstrengung wieder wett machen. Seine kleine Hand, mit der er sich an mir festhält, wenn ich ihn im Tragetuch trage. Ihre kleine Nase, die er auf der Wickelkommode ansaugt, einfach, weil Babies eben saugen (und sie so süß ist). Und das jetzt das neue Spiel der beiden Geschwister ist, wenn sie ihm die Windel aussucht und seine Kacka sehen will (so ist das eben mit vier.) Die Bilder, die sie malt, und auf denen jetzt ein vierter kleiner Schmetterling oder ein kleiner Junge ist „da ist M. schon etwas größer“, erklärt sie mir dann. Und mein Herz hüpft. Wenn sie nachmittags zwischen uns in Bett gekrochen kommt, vielmehr zu ihm, denn da will sie sein, und wenn sie dann auch einschläft, ihre kleine Hand an seiner noch kleineren Hand, ihre Nasenspitze an seiner Nasenspitze. Seine kleinen Seufzer beim Trinken oder Schlafen, vor Wonne und Wohlgefühl. Seine kleine Zunge, die er beim breitesten Grinsen herausstreckt, was für ein Schelm. Und ihre vielen Kinderküsse auf den kleinen Babymund, auf den kleinen Jungen, der so viel Liebe ertragen muss, dass er gar nicht anders kann als wahnsinnig entspannt und zufrieden zu sein. Großartig, diese Kleinigkeiten!