Jahreszeitenwechsel

Es gibt ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Winter vor der Tür steht. Unausweichlich. Das ist die letzte Fahrt des Jahres mit meinem Roller. Die Fahrt durch die nassen Blätter, mit Handschuhen und einer Strumpfhose unter der Jeans. Die Fahrt, die die Vespa-Saison aus- und den Winterschlaf für mein Gefährt einläutet. In der Werkstatt meines Vertrauens, wo mein Roller neben seinesgleichen im Warmen überwintern kann. Seit Jahren mache ich das nun schon so. Seit Jahren ist es dieser eine Tag, der für mich das Ende des Sommers bedeutet, der Freiheit um die Nase und des Benzingeruchs an den Fingern beim Tanken. Seit mehr als der Hälfte meines Lebens mache ich das schon so, unvorstellbar. So lange ist diese schwarze Wespe schon an meiner Seite. Oder vielmehr unter meinem Po. Und in einem knappen halben Jahr ist sie wieder da! Spätestens. Denn dann gibt es die andere Fahrt. Die Fahrt am Ende des Winters. Nicht dass ich ihn nicht mag, den kalten Gesellen, aber darauf freue ich mich jedes Mal wieder. Und tue es jetzt schon ein bisschen. Gute Nacht, mein lieber Roller. Schlaf gut. Und bis ganz bald! Im Frühling.