Morgens früh um acht

Morgens früh um acht wird sonst meist Tee gemacht. Und manchmal oder für manche auch Kaffee. Wenn es aber so ein Sonntagmorgen ist, wie heute Morgen, dann wird erstmal gar nichts groß gemacht. Dann schleiche ich mich leise aus dem Bett, in dem der Mann (in Spe;) und das Kind noch schlafen, hole mir mein Strickzeug und schaffe ein bisschen was. Genieße die Ruhe, diese 20 Minuten für mich, die noch nicht mal durch die Stricknadeln durchbrochen wird, weil sie aus Holz sind. Und freue mich dann umso mehr über die kleinen Füße, die plötzlich zu mir unter meine Lieblingsstrickdecke von meiner Mama kriechen und die großen Füße, die da auch auf einmal neben mir stehen und zu einer warmen Stimme gehören, die mich fragt, ob ich einen Tee haben will. Ja, gerne. Oder einen Kaffee. Heute um halb neun.

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Prinzenliebe

Ich hatte es fast vergessen! Wie wunderschön das Prinzenbad ist, und wie gut es tut, dort in den Morgenstunden seine Bahnen zu ziehen. Vor allem, wenn der Liebste und das kleine Mädchen mit dabei sind und immer mal wieder vom Beckenrand winken.

Es sind die letzten Jahre meines Studiums. Den ganzen Sommer über bin ich morgens im Prinzenbad, sehr konsequent während des Schreibens der Magisterarbeit. Ganz früh, wenn das Becken noch sauber  und das Wasser noch ganz klar ist, bin ich da. Wenn die Gedanken noch frei und der Himmel noch weit ist. Statt in den „Alpsee“, wie ich das vordere Schwimmbecken nenne, gehe ich lieber in das normale Bahnenbecken. Etwas wärmer – und vor allem umgeben von Bäumen. Es ist genug Platz, wenn man erstmal die richtige Bahn für sich gefunden hat. Die meisten Schwimmer kenne ich schon vom Sehen, es ist ein kurzer Blick oder ein Lächeln, das mir zur Begrüßung reicht. Reden möchte ich (noch) nicht. Sondern atmen und das kühle Nass spüren und die Baumwipfel im Wind sich bewegen sehen. Wenn ich meine Strecke geschwommen bin und die Muskeln locker und fest zugleich sind, klettere ich aus dem Becken und erinnere mich an die Zeit in meiner Kindheit, in der ich auf dem Weg war, eine Leistungsschwimmerin zu werden. So sehr habe ich diesen Sport geliebt. Aber dann reichte mein Ehrgeiz doch nicht und ein Trainerwechsel brachte sein Übriges. Heute bin ich dankbar, dass ich damals die Liebe zum Nass entdeckt habe. Im Spiegel der Umkleide fällt mir dann auf, dass mir die Sonne noch ein paar Sommersprossen mehr geschenkt hat. Die bringen Glück.

Auch nach meinem Magisterabschluss gehe ich noch ins Prinzenbad, in diese Oase der Stadt. Aber meist schaffe ich es nicht so früh (war es vorher halb sieben oder halb acht? Ich weiß es nicht mehr) und es ist einfach schon zu voll. Auch wenn das Bad immer noch seinen Reiz hat – es ist nach 10-11 Uhr mehr zum Sonnen und Gucken gemacht, als zum Schwimmen, wenn das Becken schon voller Sonnenmilch, flirtenden Teenies und Arschbomben ist. Jetzt treffe ich mehr Leute und rede auch mehr. Sitze mit meiner Zeitung auf den Stufen beim Alpsee. Grüße und lächele, lese und entspanne.

Irgendwann in dieser Zeit, nein, ein wenig später, ist ein ganz besonderer Tag: ich bringe meinen Liebsten mit. Zeige ihm das Bad, was er nicht kennt, denn er kommt woanders her. Und bin so stolz ihn da neben mir zu haben, auf den Stufen. Und gleichzeitig sehr, sehr aufgeregt. Wird er – meine Liebe – meine Liebe teilen? Fühlt er das gleiche, was ich fühle? Findet er es auch so toll hier? Ich bin skeptisch – und voller Erwartung. Aber dann merke ich, dass diese Oase vom Ende meines Studiums in mir war, und immer noch in mir ist. Ich kann sie jederzeit hervor holen, genießen, mich daran laben. Und ich kann sie teilen, aber nie ganz. Und muss auch nichts vom anderen erwarten. Denn der Ort ist ja nicht einfach ein Ort, sondern ist dieser Ort, weil ich darin bin.

Dann ist keine Zeit mehr da, ins Prinzenbad zu gehen. Zu weit der Weg, zu dick der Bauch, zu kalt das Wasser.

Dann ist immer noch keine Zeit mehr da, ins Prinzenbad zu gehen. Zu weit der Weg, zu wenig Zeit für mich, zu klein das Kind.

Aber jetzt! Die Jahre sind vergangen, ich habe einen Mann und ein Kind und nicht nur ein paar Sommersprossen im Gesicht mehr. Aber hier ist alles gleich. Immer noch genauso schön. Und ich weiß, ich komme wieder. Als Familie, Paar oder allein. Aber früh am Morgen, das muss sein.

Merkzettel an mich selbst: das nächste Mal muss die Kamera mit.

Foto vom Frühstück

Inspiriert von Jen’s wunderschöner Seite simply breakfast habe ich heute auch mal mein Frühstück fotografiert.

Mit der Qualität (des Fotos, nicht des Frühstücks) bin ich leider noch nicht so ganz zufrieden, handelt es sich doch um eine digitale Kamera, und mit der habe ich ja so meine Probleme. (Zudem ist es immer noch keine eigene, dafür die Kleine von meinem Freund, die jetzt erstmal her halten muss. Danke S.!).

Aber zur kleinen Auflockerung vor und zwischen dem Arbeiten tut es trotzdem gut. Und da nimmt man ja jede Möglichkeit, die sich ergibt, nicht wahr;)