Kinderkunst

mebyherDas bin ich. Und ich bin es wirklich. So, wie sie mich sieht. Und auch ein bisschen, wie ich mich sehe. Das ist schon verrückt, wenn das eigene, fast sechs-jährige Mädchen vor einem sitzt, mit Stift in der Hand und Papier auf dem Schoss, gestützt von einem Buch, und zeichnet. Ganz konzentriert, ganz ruhig. Zu mir guckt, malt, aufs Blatt guckt, malt, zu mir guckt, malt, aufs Blatt guckt, malt und so weiter. Woher hat sie das?, frage ich mich. Wer hat ihr das gezeigt?, wundere ich mich (mal wieder.) Und damit meine ich nicht unbedingt das Können sondern auch die Pose. Ihr Papa schließlich kann ziemlich gut zeichnen, seine Mama war eine Künstlerin, mein Papa zeichnet auch nicht schlecht und eins und eins gibt bekanntlich schon mal drei. Ich bin jedenfalls stolz wie Bolle, dass sie das so kann. Und so macht. Und so will. Unsere Ahnengalerie ist auch schon ein bisschen größer geworden. Hoffentlich darf ich ihr mal wieder Modell sitzen stehen.

Kinderkunst

schmetterlinge

Heute: Wir malen eine Schmetterlingsfamilie. Die Rückseite hat L. in vier Rechtecke geteilt. Darin steht „Mama“, „Papa“, „L.“ und „Omlq“. „Mama, was habe ich da geschrieben?“ „Omlq (Omlock)!“ „Ist das ein schöner Name? Für das Baby? Omlock? Den können wir doch nehmen!“ Naja, da fällt uns sicher noch was leichter zu Sprechendes und zu Schreibendes ein. Trotzdem schon mal eine tolle Idee!

Eine Premiere

Heute, als L. auf dem Hof gespielt hat, war ich bei einer Premiere dabei. Von unserem Balkon aus konnte ich live beobachten, wie das kleine Mädchen ihren ersten Kopffüßler gemalt hat. Mit fast allem dran, was dran gehört, an so ein Menschenwesen. Ich war so gerührt! Komisch. Vielleicht, weil es das bewusste Miterleben eines Schrittes ist, eines ganz deutlichen Entwicklungsschrittes, von dem gerade so viele gegangen werden, dass es mir fast zu viel wird. Hier war ich aber dabei, den habe ich miterlebt. Und konnte ihn so richtig durchmachen. Wieder etwas Neues. Etwas richtig Neues. Mensch, jetzt bin ich wieder ganz gerührt.

Der erste Hund

Am Sonntag haben wir mit Freunden und ihrem Hund Elly einen Ausflug gemacht. Es war das erste Mal, dass unsere fast zwei Jahre alte Tochter L. – das kleine, verrückte Mädchen – auf die Jack-Russell-Hündin stieß. Wir waren alle ein bisschen nervös – hätte gar nicht sein müssen. Die beiden rothaarigen Damen verstanden sich prächtig.

Hund lief voraus, Kind fuhr mit dem Wutsch hinterher, die eine durch die Sträucher, die andere wollte auch da lang. „Elly, Elly, Elly“ rufend. Es war ein anderer Rhythmus zuweilen, aber die beiden haben das ganz wunderbar gemacht. Vor allem, als das kleine Mädchen – mittlerweile nicht mehr so verrückt, sondern ganz, ganz müde – den kleinen Hund an der Leine führte, aus ihrem Buggy heraus. Sie war stolz wie Oskar!

Abends haben wir dann noch ein bisschen erzählt von Elly und dem Tag, der sehr schön war. Das fand das kleine, müde Mädchen auch – und schlief ein.

Am nächsten Tag lasen wir ihr Feuerwehr-Buch. Darin wird auch ein kleiner Hund gerettet, der sehr nach einem Jack Russell aussieht. Von nun an hieß er Elly.

Gestern morgen dann malte L. an ihrem Tischchen ein Bild, wie sie das sehr oft tut. Kritzel und Kreise, mit Buntstift und Wachsmalern. Sehr bunt. Aber eben bisher noch nie benannt oder näher bezeichnet. Wir haben auch nie gefragt. Jedenfalls sagt sie auf einmal „Elly!“ Und malt noch ein bisschen. Sagt wieder: „Elly!“ Ich gehe zu ihr hin und sage: „Ah, Du malst Elly?!“ „Ja!“, sagt L. stolz und zeigt auf die paar roten Flecken auf dem Blatt.

Das ist also Elly. Ihr erster Hund.