Oller Krimskrams

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Heute vor fünf Jahren wurde sie geboren. Und schon damals lehrte sie mich: Es geht auch anders. Nicht so, wie Du denkst. Oder gar willst. Ein eigener Kopf, von Anfang an. Liegt vielleicht auch an den roten Haaren, die ihr schon damals (damals, hach) wild von Ebendiesem abstanden. Sie überrascht mich immer wieder, fordert mich immer wieder neue und andere, zunächst oft als ungewollt empfundene Wege zu gehen. Es geht eben auch anders. Das ist erst mal schwer, aber dann meist ziemlich gut. Und dafür bin ich ihr so dankbar. Dankbar, dass sie so ist, dankbar, dass sie da ist, dankbar, dass sie ist, wie sie ist. So ein tolles Mädchen! Voller Liebe und Energie, Fantasie und Fragen. Voller Bilder und Zartheit, Wildheit und Wucht. Ach ja, und sie weiß natürlich ganz genau, was sie will (nämlich meistens genau das Andere, oft viel Einfachere, Feinere). Als sie heute morgen ihre Geschenke auspackte, war erst das dritte oder vierte so richtig nach ihrem derzeitigen Geschmack. „Oh, das habe ich mir so gewünscht! Und ich dachte schon, ich kriege nur ollen Krimskrams!“ Jetzt wird der übrigens auch bespielt, der olle Krimskrams. Manchmal geht es eben auch anders. Happy Birthday, mein Wundermädchen!

Achtung: ein Kinderpost. MAMA!

Es gibt niemanden, der so schön „Mama“ sagen kann. Mmmmmmmammmmma. Mit ganz langen Ms. Und so viel Liebe und Zärtlichkeit in der Aussprache. Mmmmammma. Ich genieße das gerade sehr, wenn dieses Mmmammma kommt. Am Besten noch mit großen Augen und einer Hand, die auf mich zeigt. Denn es war schon mal anders.

Vor einigen Monaten, ich denke, es war in der Elternzeit vom Papa, da hieß es nur: „Maammaaaa!“ wenn sie etwas wollte. Oder ihr etwas nicht passte. Ihren Vater guckte sie aber andächtig an, neigte den Kopf und sagte dann voller Inbrunst: „Paaaappaaa!“ Und noch mal „Paaaappaaa.“ „MAMAAAAA“ hingegen hatte nichts von dieser Anbetung, will ich fast schreiben. Nun gut, sie ist ein kleines Mädchen, habe ich mir da gedacht. Ich war eben auch mal ein kleines Mädchen.

Jetzt aber heisst es „Mmmmaammma“. Gültig für mich, in den Arm nehmen, trösten – und für Papa. Den nennt sie gerade nämlich auch ganz gerne mal so. Tja, mal wieder gelernt: man sollte nicht alles so persönlich nehmen. Mache ich nämlich gerne mal.