So sieht’s aus

Schön ist es geworden, das neue Heft. Auch drin: Mein persönliches Landvergnügen – mit einem alten T3 durch Brandenburg zu schaukeln. Und so sieht’s aus:

Musik: Kitty, Daisy & Lewis: Going Up The Country

Advertisements

Amoras Pfeil

amoras pfeil Amoras Pfeil hat mich mit voller Wucht getroffen. Trifft mich immer und immer wieder. Etwa in Momenten wie diesen, wenn L. vor mir steht, mit imaginierter Sehne zum halben Bogen, und einer Anmut, die sie für mich tatsächlich zu einem  ätherischen Wesen macht. In all ihrer Schönheit, die mich regelmäßig umhaut – bei ihr wird sogar das schnöde Papiertaschentuch zum zauberhaften Spitzenkopfschmuck. Wenn sie da steht und Liebesengel spielt. Wusch! Hit again! Es ist als wachse die Liebe, so wie sie wächst. Oder wächst eben mit, verändert sich, ist heute die Liebe zu einem fast sechsjährigen Mädchen und nicht mehr zu einem Neugeborenen mit knallrotem Schopf („Rote Haare!“, waren die ersten, etwas erstaunten Worte der Hebamme nach der Geburt – verständlich in Hinblick auf die unserigen nicht-(offensichtlich)roten Köpfe). Obwohl mir damals schon das Herz fast zu platzen schien, vor Liebe und Glück. Meine Amora, mein kleines großes Mädchen. Jetzt wirst Du bald sechs Jahre alt, wirst endlich all das (hoffentlich!) lernen, wonach Du trachtest, wirst in die Schule gehen, mehr Sachen alleine machen müssen (das schaffst Du!), neue Menschen und Aspekte des Lebens und Wissens kennen lernen. Ich habe gar keine Zweifel daran, dass Du Deinen Weg gehen wirst, mit all Deiner Kreativität, Fantasie, Offenheit, Wissbegier und Intelligenz, Deinem (An)Mut, Körpergefühl, Vertrauen, Talent und vor allem Deiner Unmenge an Liebe. Die trägst Du immer in Dir, egal, ob Du klein oder groß bist. Die ist einfach. Da. Und entflammt immer wieder. Wusch! Hit again!

Kinderkunst

mebyherDas bin ich. Und ich bin es wirklich. So, wie sie mich sieht. Und auch ein bisschen, wie ich mich sehe. Das ist schon verrückt, wenn das eigene, fast sechs-jährige Mädchen vor einem sitzt, mit Stift in der Hand und Papier auf dem Schoss, gestützt von einem Buch, und zeichnet. Ganz konzentriert, ganz ruhig. Zu mir guckt, malt, aufs Blatt guckt, malt, zu mir guckt, malt, aufs Blatt guckt, malt und so weiter. Woher hat sie das?, frage ich mich. Wer hat ihr das gezeigt?, wundere ich mich (mal wieder.) Und damit meine ich nicht unbedingt das Können sondern auch die Pose. Ihr Papa schließlich kann ziemlich gut zeichnen, seine Mama war eine Künstlerin, mein Papa zeichnet auch nicht schlecht und eins und eins gibt bekanntlich schon mal drei. Ich bin jedenfalls stolz wie Bolle, dass sie das so kann. Und so macht. Und so will. Unsere Ahnengalerie ist auch schon ein bisschen größer geworden. Hoffentlich darf ich ihr mal wieder Modell sitzen stehen.

Kampfansage

ritter mWie ein kleiner Ritter, so stand er da, mit einem Ästchen als Schwert, herausfordernd in die Höhe gehalten. So stand er da, vor dem Tore. Es war ein besonderer Moment, ein besonderes Bild an diesem Tag in der Stadt, in der das Herz sowieso gern mal ein bisschen höher schlägt. Denn es hat mir noch mal auf eine fast filmische Weise vor Augen und direkt ins Herz geführt: Hey! Ich schaffe das! Ich traue mich! Ich kämpfe! Was immer da auch ist, was immer sich hinter dem Tor verbirgt. Ja, das tust Du, mein kleiner Ritter. Das tust Du. Und Dein Lachen ist Dein unbesiegbarstes Schwert. Damit eroberst Du alles.

To me

IMG_5080
Happy Birthday to me! Sonne scheint, Sorgen sind für heute vergessen, S. hat sich frei genommen, Kaffee trinken, Essen gehen, schönstes Geschenk. Außerdem ein Ständchen vom kleinen Mädchen, ihre spontane Eingebung, mir ein Loom-Band aus zwei Bestehenden zu basteln, wunderbar eingepackt in ihr Spielzeug – das ist Geben. Und freut mein Herz so sehr. Genau wie die Zeilen meiner Eltern, voller Liebe. Seitdem ich Mama bin, lasse ich jedes Jahr auch die Meine hoch leben. So richtig. In Gedanken. Und in Worten. Schließlich hat sie Großes vollbracht, heute vor 39 Jahren. Leben geschenkt. Ein Baby geboren. Mich. Danke, Mama. (Und jetzt heule ich. Vor Freude und Glück. So ist das gerade. Heute.)

Oller Krimskrams

20140717-182733-66453430.jpg
Heute vor fünf Jahren wurde sie geboren. Und schon damals lehrte sie mich: Es geht auch anders. Nicht so, wie Du denkst. Oder gar willst. Ein eigener Kopf, von Anfang an. Liegt vielleicht auch an den roten Haaren, die ihr schon damals (damals, hach) wild von Ebendiesem abstanden. Sie überrascht mich immer wieder, fordert mich immer wieder neue und andere, zunächst oft als ungewollt empfundene Wege zu gehen. Es geht eben auch anders. Das ist erst mal schwer, aber dann meist ziemlich gut. Und dafür bin ich ihr so dankbar. Dankbar, dass sie so ist, dankbar, dass sie da ist, dankbar, dass sie ist, wie sie ist. So ein tolles Mädchen! Voller Liebe und Energie, Fantasie und Fragen. Voller Bilder und Zartheit, Wildheit und Wucht. Ach ja, und sie weiß natürlich ganz genau, was sie will (nämlich meistens genau das Andere, oft viel Einfachere, Feinere). Als sie heute morgen ihre Geschenke auspackte, war erst das dritte oder vierte so richtig nach ihrem derzeitigen Geschmack. „Oh, das habe ich mir so gewünscht! Und ich dachte schon, ich kriege nur ollen Krimskrams!“ Jetzt wird der übrigens auch bespielt, der olle Krimskrams. Manchmal geht es eben auch anders. Happy Birthday, mein Wundermädchen!

Kleinigkeiten

kleinehand

Es sind die Kleinigkeiten, die einem das Herz besonders stark rühren. Und die all die alltägliche Anstrengung wieder wett machen. Seine kleine Hand, mit der er sich an mir festhält, wenn ich ihn im Tragetuch trage. Ihre kleine Nase, die er auf der Wickelkommode ansaugt, einfach, weil Babies eben saugen (und sie so süß ist). Und das jetzt das neue Spiel der beiden Geschwister ist, wenn sie ihm die Windel aussucht und seine Kacka sehen will (so ist das eben mit vier.) Die Bilder, die sie malt, und auf denen jetzt ein vierter kleiner Schmetterling oder ein kleiner Junge ist „da ist M. schon etwas größer“, erklärt sie mir dann. Und mein Herz hüpft. Wenn sie nachmittags zwischen uns in Bett gekrochen kommt, vielmehr zu ihm, denn da will sie sein, und wenn sie dann auch einschläft, ihre kleine Hand an seiner noch kleineren Hand, ihre Nasenspitze an seiner Nasenspitze. Seine kleinen Seufzer beim Trinken oder Schlafen, vor Wonne und Wohlgefühl. Seine kleine Zunge, die er beim breitesten Grinsen herausstreckt, was für ein Schelm. Und ihre vielen Kinderküsse auf den kleinen Babymund, auf den kleinen Jungen, der so viel Liebe ertragen muss, dass er gar nicht anders kann als wahnsinnig entspannt und zufrieden zu sein. Großartig, diese Kleinigkeiten!

Realitäten

Realities

waldkind

Mein Herz zerspringt vor Liebe. Für dieses kleine, wilde Mädchen. Für ihre Worte und Taten, für ihr einfaches Dasein und ihr Lachen und Weinen. Davon gibt es gerade besonders viel, denn eine meiner momentanen unangenehmeren Realitäten während des Wartens auf das Baby ist die Krankheit des kleinen Mädchens. Ausgerechnet jetzt. Aber so muss es wohl sein, ein bisschen Zeit noch allein, ein bisschen Zeit nur für sie. Und da liegt es dann, mein schlafendes Kind, mit einem Arm fest um mich geschlungen und treibt mir die Tränen in die Augen, denn ich liebe sie so sehr. Pathetische, weiche, buttrige Mutterliebe, die bestimmt extra dickflüssig tropft, weil da ein zweites kleines Wesen dabei ist, immer dabei ist, im Bauch, im Kopf, im Herzen. Und mich fordern wird, genau wie sie mich fordert. Jetzt tun es beide schon zusammen – auch eine meiner neuen Realitäten. Ich hoffe so sehr, dass ich noch da bin, wenn alles geschafft ist, wenn wir zu Viert sind. Und mein Herz nicht wirklich zersprungen ist, denn: Wie viel mehr Liebe geht denn da noch? Ich bin gespannt. Und küss mein schönes, krankes Kind.

My heart is bursting with love. Love for this little, wild girl. For her pure existence, her deeds and words and smiles and tears. Those are running a lot at the moment because my child is ill – one of the less practical realities while waiting for a new baby. Now, of all times! But well, I guess it has to be that way, a little time just for us, a little time just for her.  And so she is lying there, my sleeping child, clung to me with her little arm tight around my neck and makes me cry because I love her oh so much. Pathetic, soft, buttery Motherlove which is extra-thick now because of the presence of this second little soul. Always there, in my belly, head and heart. It will challenge me as much as she challenges me. They both already do at the same time – also one of my new realities. I hope so much that I will still be there when we are four. And that my heart will not really have bursted because: How much more love can there be? I am very curious and excited. And off to be kissing my beautiful sick child.  

Für mein Baby

For my Baby

Am Anfang war eine Idee, dann kamen die Inspirationen, die Stoffe und dann die Umsetzung. Wie immer merke ich, dass Nähen eine besondere Herausforderung für mich ist. Immer stimmt etwas nicht, immer zieht sich etwas blöd zusammen, gucken Fäden raus oder man muss wieder etwas auftrennen. Wie viel dankbarer kommt mir da das Stricken vor! Nun ja, aber für mein Baby bin ich ein Experiment eingegangen – eine Spieluhr sollte es werden. Und so kam es dann.

In the beginning there was just an idea, then the inspirations and fabrics came and then the production-process. Sewing always is a special task for me. It’s never right, never in the best shape, always threads looking out or I have to open the whole thing up again. How much more grateful knitting is for me! But well, for my Baby I did this experiment – and wanted to sew a music box – or better say music-cloud.

spieluhr1

spieluhr2

spieluhr3

spieluhr4

Jetzt hängt sie also da an dem Beistell-Bettchen, meine Schlaf-gut-Wolke. Nicht perfekt. Aber mit Liebe gemacht.

So now it’s hanging there on the little bed, my Sleep-well-Cloud. Not perfect. But made with love.