hello 2016

hello2016

Hello 2016, da bist Du ja, kommst mit ein bisschen Kälte, Schnee und Ruhe auf dem Land daher, in der Stadt tobt der Wahnsinn, in den Köpfen auch, was passiert da bloß, zu viel schlechte Nachrichten, unglückliche Aufeinandertreffen, die die falschen Stimmen wieder lauter schreien lassen werden, die eine alte Problematik ans Licht bringen, Frauen sind kein Freiwild verdammte Scheiße, was sollen wir bloß unseren Töchtern sagen, wie sollen sie sich wappnen für diese Welt, mit einem Schwachsinnssatz wie #einearmlänge, hello? Meine Gedanken sind bei den Frauen, die schutzlos einem gewalttätigen Männer-Mob ausgeliefert waren, die das neue Jahr entwürdigend und voller Angst erleben mussten, aber auch bei den völlig überforderten und zu wenigen Polizisten sowie den Flüchtlingen, die jetzt noch schiefer angeguckt werden. Köln, ich denke an Dich. Und hoffe das Beste.

Für alles andere: Auch.

Kampfansage

ritter mWie ein kleiner Ritter, so stand er da, mit einem Ästchen als Schwert, herausfordernd in die Höhe gehalten. So stand er da, vor dem Tore. Es war ein besonderer Moment, ein besonderes Bild an diesem Tag in der Stadt, in der das Herz sowieso gern mal ein bisschen höher schlägt. Denn es hat mir noch mal auf eine fast filmische Weise vor Augen und direkt ins Herz geführt: Hey! Ich schaffe das! Ich traue mich! Ich kämpfe! Was immer da auch ist, was immer sich hinter dem Tor verbirgt. Ja, das tust Du, mein kleiner Ritter. Das tust Du. Und Dein Lachen ist Dein unbesiegbarstes Schwert. Damit eroberst Du alles.

Meine Freundinnen. Oder: Heimweh

Wir kennen uns schon so viele Jahre, teilen so viele Momente, Erlebnisse, Gefühle. Seit wir elf Jahre alt waren, gingen wir auf eine Schule, wurden später Sprengsel einer Outsider-Clique. Sehr enge Freundinnen, die sich nie aus den Augen verloren. Nicht nach dem Abitur, als einige von uns ins Ausland gingen, nicht während des Studiums und nicht mit all den Lieben, die da kamen und gingen in unseren Leben. Wir blieben. Viel mehr noch, trotz meiner nun fast 17 Jahre in Berlin, sind wir uns immer noch näher gekommen. All die Jahre haben uns nicht auseinander- sondern zusammen getrieben. Uns, unsere Familien, unsere Männer, unsere Kinder. Ihnen kann ich alles erzählen, alles sein, was ich bin, ohne Sorge zu haben, dass sie mich falsch verstehen. Ich liebe sie, so, wie man Freundinnen nur lieben kann, die so lange miteinander durchs Leben gehen. Sie sind der Hauptgrund für mein Heimweh nach Köln. Das jetzt wieder besonders schlimm ist, schon wieder. Es gibt Monate, die vergehen, und die sind gut und voll, in denen geht mir die Distanz nicht so nahe, da reicht ein Telefonat oder gar ein Wiedersehen ein paar Monate später. Dann aber gibt es Monate, die könnten leerer ohne sie nicht sein. Da backe ich einen Kuchen und will nur sie einladen, niemand anderen sonst. Weil niemand anderer sonst so ist wie sie. Weil ich mich niemand anderem sonst so wenig erklären muss, weil sie so viel wissen. Und ich über sie. Weil niemand anderer sonst mich auf Fotos aus Jugendtagen so rührt und bewegt, weil niemand anderer sonst für mich auf diese Art schön ist wie diese drei. Und weil niemand anderer sonst jemals einen Film für mich gemacht hat. Und dann noch so einen! Ihr seid das Größte, J. und S. und E. Danke, dass Ihr da seid. Immer.