R. ist lieb

„R. ist lieb“, sagt das kleine Mädchen, während sie die Treppen in unsere Wohnung geht. Einfach so. R. ist ihr alter Erzieher, den sie jetzt noch auf dem Hof und im Garten der Kita trifft. „So? Und wer ist noch lieb?“ „R. ist auch lieb“, sagt sie und mein Herz geht auf. R. wiederum ist ihre alte und neue Erzieherin, die mit ihr und vielen anderen Kindern die neue Gruppe leitet, in der das kleine verrückte Mädchen jetzt ist. Es ist so ein gutes Gefühl zu wissen, dass sie sich wohl fühlt, da auf ihrer „Arbeit“, wie sie es nennt. „Papa Arbeit, Mama Arbeit. Und L. auch Arbeit!“ Ich finde: L. ist lieb. Sehr, sehr, sehr lieb.

 

Hinterher

Ich komme schon wieder nicht mehr hinterher. Während bei mir noch das letzte Blatt am Baum hängt, steht draußen schon der Schnee gefühlte Meter hoch. Dafür bin ich beim Schnupfen ganz up to date. Der Winterschnupfen hat sich einfach auf den Herbstschnupfen gelegt. Herrlich, was gibt es Schöneres? Vielleicht liegt das aber auch an dem ersten Kitajahr, das wir hier durchleben. Die Tochter laviert sich ganz gut vorbei an den dicken Dingern, schnupft ein bisschen, hustet etwas mehr, aber die Eltern kriegen sofort die volle Ladung. Erfahrene Eltern erzählen uns, das wäre normal im ersten Jahr. Ach, wie schön wäre es, wenn jetzt schon hinterher wäre. In diesem Falle. Dann wären wir alle abgehärtet und gesund, keine kleine Vire könnte uns mehr etwas anhaben. Und die Zähne wären auch schon alle da. Hinterher.