Land in Sicht?


Vorfreude ist ja eigentlich die schönste Freude. Eigentlich. Wenn da nicht das kranke Kind wär, der eigene Husten und – nicht zu vergessen – die angesagten Temperaturen. Ein bisschen Landvergnügen werden wir aber schon haben, die nette Fotografin Frau Hermannsen und ich. Da werden auch die Bilder nicht so wackelig wie hier bei mir, wo das kranke Kind partout den kleinen Bulli nicht hergeben will und an mir zerrt und zieht. Da werden die Bilder nur wackelig, weil das Kopfsteinpflaster den großen Bulli hin und her ruckelt. Was wir so erleben werden, steht dann in der Aufs Land – und vielleicht auch hier. 

Amoras Pfeil

amoras pfeil Amoras Pfeil hat mich mit voller Wucht getroffen. Trifft mich immer und immer wieder. Etwa in Momenten wie diesen, wenn L. vor mir steht, mit imaginierter Sehne zum halben Bogen, und einer Anmut, die sie für mich tatsächlich zu einem  ätherischen Wesen macht. In all ihrer Schönheit, die mich regelmäßig umhaut – bei ihr wird sogar das schnöde Papiertaschentuch zum zauberhaften Spitzenkopfschmuck. Wenn sie da steht und Liebesengel spielt. Wusch! Hit again! Es ist als wachse die Liebe, so wie sie wächst. Oder wächst eben mit, verändert sich, ist heute die Liebe zu einem fast sechsjährigen Mädchen und nicht mehr zu einem Neugeborenen mit knallrotem Schopf („Rote Haare!“, waren die ersten, etwas erstaunten Worte der Hebamme nach der Geburt – verständlich in Hinblick auf die unserigen nicht-(offensichtlich)roten Köpfe). Obwohl mir damals schon das Herz fast zu platzen schien, vor Liebe und Glück. Meine Amora, mein kleines großes Mädchen. Jetzt wirst Du bald sechs Jahre alt, wirst endlich all das (hoffentlich!) lernen, wonach Du trachtest, wirst in die Schule gehen, mehr Sachen alleine machen müssen (das schaffst Du!), neue Menschen und Aspekte des Lebens und Wissens kennen lernen. Ich habe gar keine Zweifel daran, dass Du Deinen Weg gehen wirst, mit all Deiner Kreativität, Fantasie, Offenheit, Wissbegier und Intelligenz, Deinem (An)Mut, Körpergefühl, Vertrauen, Talent und vor allem Deiner Unmenge an Liebe. Die trägst Du immer in Dir, egal, ob Du klein oder groß bist. Die ist einfach. Da. Und entflammt immer wieder. Wusch! Hit again!

Im Mittelpunkt

centergirlSeit fast vier Jahren ist sie der kleine Mittelpunkt in meinem Leben. Und wie wunderbar waren und sind diese fast vier Jahre. Wie anstrengend, fordernd, ermüdend und beglückend. Sie hat mich zur Mutter gemacht und meine Liebe um ein Unermessliches wachsen lassen. Es macht mich so froh und sehr, sehr dankbar, sie groß werden zu sehen. Ihr zuzuhören, wenn sie erzählt und singt und fantasiert. Ihre Wärme, Liebe, kindlichen Witz und Charme und auch so rührende  Güte zu erfahren. Ich versuche sie gut im Blick zu haben, immer, aber auch und besonders jetzt. Denn da schiebt sich ein neuer kleiner Mittelpunkt in mein Leben. Was sie weiß und merkt und spürt. Es ist keine einfache Zeit für sie, eine besondere Zeit, für uns alle. Und irgendwann in ein paar Monaten sind es zwei. Ein kleiner und ein ganz kleiner Mittelpunkt. Ich will mir alle Mühe geben, beide gut im Blick zu behalten. Da muss man wohl lernen, in zwei Richtungen zu gucken. Ich hoffe sehr, dass es mir meistens gut gelingen wird.

Oh Happy Day

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Heute ist ein besonderer Tag, ein schöner Tag, ein glücksvoller Tag. Heute vor drei Jahren ist unser kleines Mädchen geboren, unser Glücksmädchen, das uns zu Mama und Papa gemacht hat. Was für Gefühle! Was für Erinnerungen! Und was für ein Glück! Und neben dem Kuchen backen und Bolognese kochen und vielen Fühlen und Erinnern und Glücklich sein hat vor allem auch eines bei den Vorbereitungen Spaß gemacht: Pom Poms basteln. Toll ist sie geworden, die erste Girlande. Fand das kleine Geburtstagsmädchen auch. Zum Glück! So, und nu wird gefeiert!

Working Mum

Zurück im neuen, alten Alltag, der irgendwie gleich ist und doch ganz anders. In der Redaktion ist es wie immer – aber ich bin es nicht. Zumindest ein Teil von mir. Ein Teil von mir ist zuhause geblieben, sitzt morgens noch weiter am Tisch, verbringt den Tag mit dem Kind. Das auch ein Teil von mir ist. Das Teil von mir bleibt da morgens zusammen mit ihrem Papa, der jetzt den Wundertag mit dem Wunderkind verbringt, das für mich gerade an diesen Arbeitstagen ausschließlich ein solches ist, wenn ich es nur morgens und abends etwa eine bis zwei Stunden zwischen dem Schlafen erlebe (puuh, etwas schwurbelig…) Den Rest stelle ich mir manchmal vor, wenn ich gerade Leerlauf habe oder Mittagspause oder durch die Gänge laufe, im Fahrstuhl fahre, kurz mit den Gedanken abschweife. Ich bin nicht so wie immer. Zum Glück!

Aber dann passiert doch auch das schier für unmöglich Gehaltene: ich vergesse den neuen Teil, der ich jetzt auch bin. Und bin wieder nur ganz die Alte, feile an einem Satz, lese die Agenturen, denke über eine Nachricht nach. Eine halbe Stunde lang, vielleicht sogar eine, es waren auch schon zwei, vielleicht. Auch spannend: So ist das also, als Working Mum. Ich muss mich noch rein finden, ein bisschen wird es noch dauern, es ist anstrengend und ermüdend und traurig manchmal, und dann auch aufregend. Aber wir kriegen das ziemlich gut hin, wir drei. Ich bin stolz! Auf meinen Liebsten, unser Kind und mich. Auch gut.