Blütenschnee und Schneeblüte

blüten

Es schneit zu unserem Fenster rein, aber er ist nicht kalt, der Schnee. Blüten sind es, neue Blüten von den Bäumen. Weiß und rosa und gelb – und süß sind sie alle. Genauso süß wie die Blüte, die ich passend zum Frühling trage. In mir drinnen. Mal sehen, was das für eine Pflanze wird. Die hoffentlich ordentlich wächst und gedeiht, wenn der kalte Schnee schon wieder liegt.

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Blütenrausch

Es gibt da diese eine Straße bei uns um die Ecke, die sich in diesen Tagen von ihrer allerschönsten Seite zeigt: alte Pracht im Blütenrausch. Wenn wir manchmal nach dem Kindergarten da lang spazieren, wird gestaunt und geguckt, und die beiden kleinen Freundinnen dürfen jedes Mal zwei kleine Blüten mit nach Hause nehmen, eine rosane und eine weiße. Sie sind so schön! Die Blüten auch.

Bist Du aber groß geworden!

blickausbad3Drei Wochen später. Aus den kleinen Blättchen und Knospen sind volle, pralle Blätter und manchmal sogar schon Blüten geworden. „Bist Du aber groß geworden!“, sagte ich heute morgen zu dem Baum vor meinem Badezimmerfenster. „Und Du auch!“, raunte ich dem Nachbarbaum zu, der den Blick zu den Nachbarn nun vollends versperrt. Sehr praktisch übrigens, wenn man in der Badewanne liegt, das Fenster offen hat und in die Bäume schauen kann, ohne von irgendwem gesehen zu werden.

Sechs Jahre später. Das wurde uns vieren gestern bewusst, als wir nachrechneten, wie lange wir uns in dieser Konstellation nicht mehr gesehen hatten. Vier Frauen, die mal vier Mädchen waren und zusammen studierten, ganz am Anfang in Berlin. Und in eine riesige Wohnung in Prenzlauer Berg zogen, wo die letzten beiden von uns erst acht Jahre (!) später wieder auszogen. Es war eine lange Zeit, und es war eine wichtige Zeit. Eine schöne und eine schmerzhafte Zeit. Wie alles. „Seid Ihr aber groß geworden“, habe ich dann gestern auch gedacht, als ich mir da diese drei auf meinem Balkon angesehen habe, und mein Herz wurde ganz warm, vor Zuneigung oder Familiengefühl oder keine Ahnung was, wahrscheinlich einfach, weil sie alle so tolle Frauen sind. Schon immer waren, aber noch mehr wurden. Sehr, sehr schön war das. Danke I., J. und K.!

Landkind im Stadtkind

Ich bin ein Stadtkind. Geboren in Hamburg, aufgewachsen im Pott (und dann auch noch Gelsenkirchen-Buer!) und Leverkusen am Rhein, habe ich die meisten Jahre meines Lebens in Berlin und eines davon in Paris gelebt. Das ist alles Stadt. Straßen, Schornsteine, Fabriken. Zum Glück hatten meine Eltern immer einen begrünten Balkon oder eine Terrasse mit Garten – so konnte ich als Kind wenigstens manchmal Lisa aus Bullerbü sein. Außerdem liebten sie den Wald und so mussten wir Kinder immer wandern gehen, regelmäßig ging es raus aus der Stadt. Dann lief ich einige Meter hinter den anderen her und sprach mit den Tieren und Wesen des Waldes. Elfen, Zwerge, Hasen und Rehe begleiteten mich, die Königin des Waldes, auf ihren Spaziergängen. Ich mimte das geborene Landkind!

Genährt habe ich es während des Urlaubs, den wir jeden Sommer in dem gleichen kleinen Dorf in der Bretagne verbrachten, direkt am Meer gelegen, wo ich jeden Menschen und jeden Hund kannte. Außerdem im Frühling, Herbst und Winter, wenn es auch aus der Stadt raus ging, weil Ferien waren. Und jetzt ist es immer noch da, steckt da in mir, steckt im Stadtkind, wenn es sich ungemein über das Knospen und Keimen ums neu bezogene Haus in der Stadt freut, aus Wohn- und Küchenfenster, Schlafzimmerfenster und sogar Badezimmerfenster schaut und sich an den sprießenden Bäumen und Sträuchern ergötzt. Jeden Tag ist da ein wenig mehr Grün, ein wenig mehr Leben, ein wenig mehr Natur. Was für ein Fest für das Landkind im Stadtkind!

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Grün, grün, grün

Der Frühling ist fast da! Es ist nicht zu glauben, pünktlich zur Abgabe scheint die Sonne, sprießt das Grün und duftet die Luft. Zum Fest des herannahenden Lenzes springe auch ich auf den Zug der Farben auf und zeige statt Schweinchenrosa wie bei Frau Liebe lieber meine neue Lieblingsfarbe: grün!

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Erst vor ein paar Jahren für mich entdeckt, ist die Farbe der Hoffnung doch tatsächlich zu einer meiner allerliebsten mutiert. Ich habe sie so gerne, dass ich mir jetzt als Belohnung zur Abgabe ein paar grasgrüne Schuhe gegönnt habe. Ich habe sie jetzt schon so in mein Herz geschlossen, als wären es rote! Vielleicht sogar noch einen Ticken mehr…

greenchairs_22Die grünen Stühle habe ich meinen Eltern abgeschnackt. Drei von sechs waren eh kaputt und sie hatten diese 70er Jahre Modelle schon seit den 80ern ausgewechselt. Ich habe sie mit Hilfe eines hervorragend freundlichen Schlossers umme Ecke sowie den guten Tipps eines Polsterers fast ganz alleine repariert. Und bin jetzt umso glücklicher, sie alle sechs im Wohn- und Esszimmer stehen zu haben. Sogar Mamas Bügeleisenabdruck auf einem von ihnen ist mir besonders ans Herz gewachsen.

greentea Dieses Teeservice in lindgrün gehört eigentlich meinem Freund. Aber zum Glück wohnen wir ja zusammen, und so profitiere ich auch von diesem Mitbringsel aus Kambodscha. Ich liebe die Kanne, und ganz besonders liebe ich es, grünen Tee aus ihr zu trinken. Leider habe ich schon eine der vier kleinen Tassen zerdeppert…

greenclockIn den 90ern hing sie in unserer Vierer-Mädchen-WG auf unterschiedlich gestrichenen Wänden, dann in meiner Einzimmerwohnung und jetzt prangt sie stolz und grün auch in der neuen Lieblingswohnung: meine grüne Uhr. Meine Freundin Maya hat die Gleiche, und als ich sie das erste Mal bei ihr in der Wohnung gesehen habe, war sie mir sofort noch mal sympathischer. Maya, nicht die Uhr!

greenbasil Muss immer im Haus sein: Basilikum. Für mich ist das grüne, duftende Pflänzchen ein ganz besonders feines Kräuterlein, und am liebsten mag ich es auf Tomate und Mozzarella. Mmmmh….

greenbox Diese kleine Box steht auf meinem Schreibtisch. Sie ist von Ikea, es gab sie damals im Dreierpack, und manchmal wünschte ich, ich hätte noch mehr von ihr gekauft. Ich habe sie schon Jahre, so kommt es mir vor, und immer wieder aufs Neue werden darin die Quittungen für die Steuer gesammelt. So macht Örgs-Kram wenigstens optisch Spaß!