Ein Moment auf dem Deich

bleibeschafrainbow

Ein Moment auf dem Deich, mit der jährlichen Kastanie in der Jackentasche in der einen Hand und dem Telefon in der anderen. Den Tränen des Moments und der vielen Momente, die es so nicht mehr geben wird. Und diesem einen, in dem die Welt ein kleines bisschen stehen blieb. Für mich und die meinen. Der Windstoß vom Meer, das Schaf ein Stück weiter, die Weite im Blick. Wir beide. Und dann nehme ich die Kastanie aus der Tasche, lege auf – ich weiß noch genau, mit wem ich gesprochen habe, dabei sind es so viele, so viele Menschen, Fremde und Bekannte und Geliebte, die ich Stunde um Stunde und Minute um Minute am Ohr habe – und gehe ein, zwei Schritte. Sehe das Loch im Zaunpfahl, stecke die Kastanie rein – und lasse sie da. Und mit ihr all diese Momente dort oben am Deich, in denen die Welt ein kleines bisschen stehen blieb und nichts mehr so war wie zuvor. Ich lasse sie da. Und sehe den Regenbogen.

 

 

Am Ende

Die alten Zimmer geleert, die Erinnerungen aufgefrischt und ein Vorhaben nicht eingehalten. So feiern wir zum letzten Mal in diesen Räumen, der alten Dame Reihenhaus, auf dem Müll mehr als gewollt – es ist geschuldet der Zeit – und das Liebste verpackt. Was habe ich alles in den Händen gehalten, schwarz vom Staub, verblasst von den Jahren, aber umso bunter und klarer die Bilder der Erinnerungen dazu. Und so schreibe ich hier doch ein paar Zeilen, etwas Muße ist da. Die Kinder spüren die Aufregung der letzten Tage und vor allem von heute. Das Bild unserer Weihnacht zeigt sich in meinem Kopf wie in einem meiner allerliebsten Kindheitsbücher, das mir auch in die Hände fiel. Das sind wir. Und das sind wir, ein bisschen tatsächlich.
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So schiebt sich Neues über Altes, Versprechungen wurden Erfüllungen und auch wenn so manches zu Ende geht, Abschied genommen wird, trägt das Jetzt, das Wachsende und Neue das Vergangene, Schrumpfende und Alte. Erstaunlich. Familie. Immer wieder. Und was für ein Glück, Eltern und Kinder zu haben.
Schöne Weihnachten!

Er und ich

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Wir haben schon ganz schön viel miteinander erlebt. Dabei ist er erst 9 Tage alt. Wir brauchten ein bisschen, um zu landen. Dabei hat ein Tag nur 24 Stunden. Aber zum Glück ist zwischendrin ganz viel Platz für noch mehr Liebe, Milchspuck, Babyatem, Geseufze und Geöff, feinsten Geruch und Geschwisterliebe, neue Wege und aufwühlende Gefühle. Da ist ein neuer kleiner Kerl in unserem Leben, und er ist wunderbar!

Kinderkunst

schmetterlinge

Heute: Wir malen eine Schmetterlingsfamilie. Die Rückseite hat L. in vier Rechtecke geteilt. Darin steht „Mama“, „Papa“, „L.“ und „Omlq“. „Mama, was habe ich da geschrieben?“ „Omlq (Omlock)!“ „Ist das ein schöner Name? Für das Baby? Omlock? Den können wir doch nehmen!“ Naja, da fällt uns sicher noch was leichter zu Sprechendes und zu Schreibendes ein. Trotzdem schon mal eine tolle Idee!

Im Gepäck

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Es ist das erste Mal. Unvorstellbar. Das erste Mal irgendwo schlafen ohne L. Und sie ist drei. Ich freu mich. Meine kinderlose Nacht-Premiere wird ordentlich gefeiert. In meiner alten Heimat und Geburtsstadt, der Perle an der Elbe. Mit der ganzen Bagage, naja fast. Denn meine nächste Bagage kann leider nicht mit, aber Onkels und Tanten und Cousins und Cousinen und Großnichten und was weiß ich noch alles. Die sind da. Und feiern Hochzeit, wie toll. In meinem Gepäck schöne Kleidung, viele Gedanken, ein gutes Buch und ein kleines Kunststück aus Berlin. Für die Bräutigame. Und Aspirin. Könnte schließlich sein, dass ich die brauche, nach meinem ersten Mal.