Wer suchet, der findet?

bikeblume

Es ist immer noch die alte Geschichte. Unser Fahrrad-Anhänger wurde geklaut und gesucht. Natürlich wurde er nicht gefunden, wundern tut das keinen. Was einen aber wundert, ist die Tatsache, dass die Versicherung (bisher) nichts zahlen will. Noch mal: NICHTS. Uns wurde ein Anhänger geklaut, der ein Jahr alt war, neu knapp 1000 Euro gekostet hat (wer ist auch so verrückt, sich ein derart teures Teil vom grosselterlichen Geld zur Geburt des zweiten Kindes zu kaufen? Wir…). Ein Anhänger, der in einem abgeschlossenen Hausflur stand, für den man zwei verschlossene Türen beschreiten muss, und der MIT MEINEM FAHRRAD zusammen geschlossen war. Und genau hier ist der springende Punkt: Mein geliebtes Fahrrad wurde von den Dieben oder dem Dieb verschmäht. Nur der schicke, neue Anhänger wurde unauffällig (in einer Nacht- und Nebelaktion?) entfernt. Das Schloss, das beides zusammen hielt, mein geliebtes Fahrrad und unseren auf ganz andere Weise geliebten Anhänger, ist genauso weg wie eben der. Das Rad aber blieb zurück. Mit einem Platten und einer kaputten Bremse und ein paar Kratzern mehr, die nicht weiter auffallen, stand es einsam und alleine da. Im Hof. Ich bin so froh, dass es noch da ist! Ich liebe mein Fahrrad. Ich bin eine treue Seele und fahre seit ich 16 bin auf diesem Teil. Das stelle man sich mal vor: 23 Jahre! Davon 19 Jahre in Berlin, und nie wollte auch nur einer mein Rad haben. Und es fährt super! Aber weil es jetzt nicht MIT dem Anhänger geklaut wurde, will die Versicherung (bisher) nichts zahlen. Absurd. Hätten wir gelogen, hätten wir das Geld. Aber weil 1. keiner mein Rad will (außer mir) und 2. etwas von ihm abgeschnitten wurde, haben wir jetzt den Salat. Mal sehen, wie es weiter geht, mit der Suche und dem Anhänger und der Versicherung. Mein Bike jedenfalls wurde erstmal zum Trost gepimpt. Mit diesen schicken Griffen von Electra. Von der Radmutter meines Vertrauens – schließlich kann auch eine alte Lady echt cool sein. Und wenn ich mir schon kein neues Fahrrad leisten kann (wie das hier…), mache ich mein Altes schöner, bis es nicht mehr fährt! Obwohl…. Mit so einem neuen Rad am Anhänger sähe die Sache jetzt bestimmt ganz anders aus. Das wäre weg. Oder?

Die Suche geht weiter

fundbuero1 fundbuero2 fundbuero3Unser Fahrradanhänger ist geklaut. Und wird gesucht. Wir vermissen ihn. Manchmal sogar bitterlich. Ich frage mich, welche Kinder jetzt da drin sitzen. Ob es ihnen gut geht. Ob ihre Eltern wissen, dass er nicht gebraucht ist von dem, der ihnen das tolle Teil verkauft hat. Wahrscheinlich zu einem Superpreis. Sondern dass es unserer war. Unserer ist. Dass da eigentlich ein kleiner Herr M. und ein großes Mädchen mit wilden roten Haaren rein gehören. Und unsere vielen Einkäufe. Und Ausflugsutensilien. Oh Mann, jetzt vermisse ich ihn wieder bitterlich. Und natürlich taucht er nicht wieder auf. Nicht bei der Polizei. Und nicht im Zentralen Fundbüro. Da muss man hin, und wenn es nur pro Forma für die Versicherung ist. Und es ist wahrlich ein Erlebnis für sich, das Berliner Zentrale Fundbüro. Das Gelände des alten Tempelhofer Zentralflughafens ist es ja sowieso. Aber auch diese Räume, diese Leute, diese Hunderte Schlüssel eines Jahres, die da an der Wand hängen (die ich leider nicht fotografiert habe), und wo man sich fragt: So viele Schlüssel gehen verloren? Wer gibt die ab? Und warum holt sie keiner ab? Die überaus nette Frau mir gegenüber gibt die Rahmennummer unseres Anhängers in ihr Computer-Suchsystem ein. Kein Treffer. Kein Wunder.

Suchbild

wegWas ist hier zu sehen? Ein Kronenkorken, ein oller Fleck, Spuren an der Wand, Kratzer. Was noch? Mmmh, der Boden, die Wand, ein Hausflur? Ja, genau, ein Hausflur. Eher ein Hauseingang. Was noch? Nix. Nix? Genau, nix! Dabei stand hier etwas, genau hier, genau an diesem Platz. Ja? Was denn? Unser Anhänger! Unser gefühlt niegelnagelneuer Superretter-Kinderträger-Einkaufshelfer-Unabhängigkeitsfühler-Geburtsgeschenk-Thule-Chariot-Fucking-Anhänger! Der ist jetzt weg! Geklaut! Trotz Schloss, trotz angeschlossenem Fahrrad (das verschmäht wurde), trotz zwei verschlossenen Türen, trotz trotz trotz. Wie ätzend ist das denn? Super ätzend! Megamegasuperätzend. Ich gehe dann jetzt mal einkaufen. Und zum Spielplatz. Und wieder nach Hause. Mit dem kleinen Kind hintendrauf und Einkaufstüten am Lenker und Klopapier unterm Arm und großem Kind auf dem Fahrrad nebenher und vielen Worten der Beschwichtigung und des guten Zuredens und der Motivation – den Berg hoch. Voll verschwitzt und genervt und kurz vor dem Mutterdasein in Momentaufnahmen, die ich echt hasse. Danke, Scheißdieb!