Ordnung und Wunder

   Es muss alles seine Ordnung haben. Seine Anordnung. Oder vielmehr ihre. Schon als sie noch viel kleiner war, ordnete sie an. Das Obst aus ihrem Kaufmannsladen. Zusammen mit ihren Kuscheltieren und Bauklötzen und allerlei anderen Spielsachen baute sie ganze Wege und Straßen, fein säuberlich angeordnet vom Wohnzimmer über den Flur in ihr Zimmer. Heute sind es ihre Malsachen auf ihrem Schreibtisch, ihre Haargummis und Spängchen (die sie stets sofort wieder raus rupft), zusammen mit allerlei anderem Glitzer- und Rosa-Kleinkram auf einem Tuch, Schleich-Tiere und Playmo-Figuren aufgebaut in ganz eigenen Formationen. Auf Kisten und Schachteln. Aber auch alles andere. Fundstücke, Steine, Blumen. So wie dieses Stilleben. Sie macht Ordnung. Sie ist (m)ein Wunder. Das ich so bewunder‘.

Ach, du dickes Auge

Das darf doch nicht wahr sein! Ausgerechnet an meinem Geburtstag kriege ich ein dickes Auge. Eine Fahrt durch den kalten Winterwind, ein bisschen Ärger über die vielen Absagen zu meiner Einladung und bestimmt auch eine – sagen wir mal – angeschlagene Allgemeinverfassung ließen pünktlich Samstag nachmittag mein rechtes Auge anschwellen und Tränen des Eiters weinen. Nein, nicht schön! Nach einer kurzen Überlegung, alles abzublasen, weil irgendwie ja der Wurm drin zu sein schien, in diesem Tag, beließ ich doch alles beim Geplanten. Und dank der wenigen Gesunden unter den vielen Kranken, die kommen konnten und kamen an diesem Abend, wurde es noch ein wirklich schöner Geburtstag. Danke A. und K. und K. und A.!!! (Gemäß der Namensanfangsbuchstaben, die mit meinem zum Beispiel Kakaa bilden können, war es dann auch egal, dass über die lieben Kleinen geprochen wurde, die ebendieses Wort sehr gerne sagen.) Jetzt sitze ich zuhause bei Tee und Blumen, kuriere das Auge und andere Wehwehchen und freue mich, dass auch ein dickes Ende gut sein kann.