Neue Liebe

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Es gibt eine neue Liebe in meinem Leben. Unseren neuen alten Balkontisch. Auf Vordermann gebracht vom Liebsten. Aus Holz, das Geschichten erzählt. Von all den Dingen, die hier passierten. Von Liebesschwüren, Eintopf, Torten, Kindergeschrei und Kaffeetassen. Diskussionen, Schweigen und Gedanken. Er ist so schön, der Tisch! Und jetzt Zeuge unseres Lebens. Unseres Sommer-Alltags. Ich bin gespannt, was da alles noch so kommt. Auf den Tisch.

Endlich!

Endlich ist sie wieder da: die Sonne! Endlich kann man sich wieder auf den Balkon trauen, ohne klatschnass zu werden (na gut, bis auf die eine Stelle, wo es vom Dach tropft, grmpf). Endlich kann die Wäsche wieder draußen trocknen und endlich macht das in den Himmel gucken wieder Spaß. Ich bin soooo froh! Denn fast hätte ich schon vergessen, wie es eigentlich sein kann, im Sommer. Und weil man ja nicht weiß, wie lange das so andauert, genieße ich jetzt einfach mal, heute an meinem einzig freien Tag der Woche.

Landkind im Stadtkind

Ich bin ein Stadtkind. Geboren in Hamburg, aufgewachsen im Pott (und dann auch noch Gelsenkirchen-Buer!) und Leverkusen am Rhein, habe ich die meisten Jahre meines Lebens in Berlin und eines davon in Paris gelebt. Das ist alles Stadt. Straßen, Schornsteine, Fabriken. Zum Glück hatten meine Eltern immer einen begrünten Balkon oder eine Terrasse mit Garten – so konnte ich als Kind wenigstens manchmal Lisa aus Bullerbü sein. Außerdem liebten sie den Wald und so mussten wir Kinder immer wandern gehen, regelmäßig ging es raus aus der Stadt. Dann lief ich einige Meter hinter den anderen her und sprach mit den Tieren und Wesen des Waldes. Elfen, Zwerge, Hasen und Rehe begleiteten mich, die Königin des Waldes, auf ihren Spaziergängen. Ich mimte das geborene Landkind!

Genährt habe ich es während des Urlaubs, den wir jeden Sommer in dem gleichen kleinen Dorf in der Bretagne verbrachten, direkt am Meer gelegen, wo ich jeden Menschen und jeden Hund kannte. Außerdem im Frühling, Herbst und Winter, wenn es auch aus der Stadt raus ging, weil Ferien waren. Und jetzt ist es immer noch da, steckt da in mir, steckt im Stadtkind, wenn es sich ungemein über das Knospen und Keimen ums neu bezogene Haus in der Stadt freut, aus Wohn- und Küchenfenster, Schlafzimmerfenster und sogar Badezimmerfenster schaut und sich an den sprießenden Bäumen und Sträuchern ergötzt. Jeden Tag ist da ein wenig mehr Grün, ein wenig mehr Leben, ein wenig mehr Natur. Was für ein Fest für das Landkind im Stadtkind!

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