Das Wort zum Montag I

blueten

Kein einfacher Tag, dieser Montag. Die Kinder wollen nicht in die Kita/Schule, der Mann nicht zur Arbeit, ich nicht an den Schreibtisch. Müssen aber alle. Geht ja nicht anders. Sagt das große Kind beim Frühstück: „Wieso ist es nicht andersherum? Zwei Tage Schule, fünf Tage Wochenende!“ Das wär toll. Finden wir auch. Nicht unbedingt noch mal Schule, aber fünf Tage frei. Bei den Überlegungen, was dann aber noch so alles liegen blieben würde, kamen doch erste Zweifel auf. Und wie sehr würde man dann den ersten der beiden Arbeitstage hassen – gerade mal drin, kaum wieder raus. Und so nicke ich heute dem Montag zu, erfreue mich an den blühenden Bäumen auf dem Weg in die Kita, setze mich an den Schreibtisch, feile am Exposé, recherchiere und arbeite an den bestehenden und geplanten Artikeln. Neu auf dem Programm stehen bei mir der Online-Shop und der Blog für den wunderbaren Friedrichshainer Laden Snugata mit ökologischer Baby- und Kinderkleidung. Allein das wäre im Sommer noch nicht geschafft, wenn ich immer fünf Tage Wochenende hätte. Aber schön, schön wäre es irgendwie dennoch…

 

Einfach mal den Stecker ziehen

heartbook by lManchmal will ich einfach den Stecker ziehen. Wenn das eine Kind krank und das andere quengelig ist, wenn sich die Ablage auf dem Schreibtisch über die Ablage stapelt und das Bad aussieht wie ein Dachboden. Wenn es sich so anfühlt, als würden alle anderen ihr Leben prima in den Griff kriegen, nur bei einem selbst rumpelt und hakt es. Wenn man unfair wird und unfair denkt und so gerne fair wäre, aber es eben in diesem Moment nicht kann. Wenn man das Gefühl hat, dass man jetzt einfach gar nichts kann. Kein Kind beruhigen, keine Stapel abarbeiten, kein Zimmer putzen (und natürlich gar keinen Dachboden haben), keinen klaren Kopf behalten, kein gar nichts. Nur den Stecker ziehen. Bitte einen Moment. Jetzt. Zack.

(Foto: Artwork „HeartBook“ by L. Hennebach)

Verkaufsstrategien

Ich bin denkbar schlecht im Verkaufen. Vor allem im „mich verkaufen“. Als Journalistin, Autorin, Schreiberin, alles. Bisher habe ich in meinem Leben viel, viel Glück gehabt und kam nicht so oft in die Gelegenheit, mich verkaufen zu müssen. Wenn ich es dann musste, also so ganz kurz davor, kam auf einmal ein Angebot einfach so daher. Hat jemand gefragt: willst Du nicht? Kannst Du mal? Und dann hatte es sich erledigt, das mit dem sich verkaufen müssen. So ein Glück. Jetzt befinde ich mich aber doch wieder an diesem Punkt in meinem Leben, an dem es so aussieht, als wäre es so weit. Ich muss mich verkaufen. Und so überlege ich mir schon mal, wer die Fotos von mir machen soll (bin da sehr eigen), was ich anziehen könnte, welche Schrift das Anschreiben hat. BEVOR ich mir klar darüber geworden bin, wo es hin gehen soll, mit mir. Denn ich gehöre ja zu einer Generation der Alleskönner, der Breitgefächerten, der „nicht Zielorientierten“ wie meine liebe Freundin und sehr geschätzte Kollegin S. letztens noch mal bemerkte (sie zählt sich übrigens auch dazu). Aber das ist eigentlich schon wieder ein ganz anderes Thema. Jedenfalls macht es mir mehr Spaß, meine Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren, als mir zu überlegen, wo ich mich überhaupt bewerben soll. Aber das kommt dann ja zwangsläufig. Die besten Ideen dazu kommen eh dann, wenn man nicht damit rechnet. Oder der eine Anruf, der mich dann wieder davor bewahrt, mich verkaufen zu müssen. Aber auf den warte ich diesmal nicht!

Deshalb halte ich jetzt schon mal ein paar Ideen fest, im Kopf und hier zum Beispiel.