Lieder für das Jetzt: Der Soundtrack des Shutdown

9. Woche. Und eine neue Etappe in diesen Coronazeiten. Die Schule in Berlin ist wieder (ein bisschen) auf, die Kita lässt auch die Vorschulkinder in die Notbetreuung und es gibt noch so einige andere Lockerungen. Gut – und irgendwie auch komisch. Mir geht das zu schnell, gerade war doch noch alles leer auf den Straßen und die Angst vor Corona steckte in den Köpfen und machte die Menschen langsamer. Jetzt fahren so viele wieder im alten Tempo in ein quasi ’normales‘ Leben – und hoffentlich nicht alle gegen die Wand. Es scheint, als spalte sich die Gesellschaft grob in zwei Corona-Lager: die der Zweifelnden und die der Vorsichtigen. Und so viel liegt dazwischen. Von mehr Solidarität und Miteinander ist nur noch wenig zu spüren.

Und so erscheinen diese letzten acht Wochen des Lockdowns noch mal in einem anderen Licht. Als alle gleichzeitig Zuhause waren und neue und besondere Formate und Momente entstanden – viele davon aus der Not heraus. Als sich Künstlerinnen und Künstler online getroffen haben und jede/r für sich aber alle zusammen Musik gemacht haben – oder getanzt haben. Von Mad World über Romeo und Julia bis Times Like These, von ans Herz gehend über ohrwurmig bis uplifting – hier kommt der Soundtrack des Shutdown, meist im Splitscreen:

„What The World Needs Now – for Virtual Orchestra“ gefunden bei Okka Road:

„True Colors – Camden Voices“:

Der großartige Jimmy Fallon hat seine Tonight Show zu sich nach Hause verlegt, die wahren Stars sind dabei jetzt seine Töchter. Ich liebe diese Hymne für eine Strategie im Kampf gegen Covid-19: „Don’t Stand So Close To Me“ von Jimmy Fallon, Sting & The Roots mit At-Home Instruments:

Jimmy Fallon wurde dann auch gleich während einer Sendung von Lady Gaga als Host für ihren Charity-Livestreaming-Event „One World – Together At Home“ von Global Citizen (WHO) angefragt. Während des sechsstündigen Streams mit so vielen Stars kamen bei den Killers viele Erinnerungen hoch und Christine and the Queens sang sich direkt ins Herz. Kurz darauf coverte die Sängerin Neil Youngs „Heart Of Gold“ – love!

Radio 1 von der BBC brachte für „Times Like These“ von den Foo Fighters neben Dave Grohl und Taylor Hawkins unter anderen Dua Lipa, Rag’n’Bone Man und Chris Martin zusammen:

Kanadische Stars wie Justin Bieber, Bryan Adams und Avril Lavigne sangen für das kanadische Rote Kreuz den Bill Withers Hit „Lean On Me“. Fast zu kitschig.

Keinen Gesang, dafür sehr schönen Tanz in sehr privaten Locations in Paris und anderswo in Frankreich zu Prokofjews „Romeo und Julia“, realisierte Cédric Klapish mit Tänzerinnen und Tänzern der l’Opéra de Paris. Ach Paris, deine Dächer, Räume und Menschen. Und ach, Oper.

Als der Film „Donnie Darko“ 2001 im deutschen Kino lief, lief kurz danach der Song „Mad World“ in der Version von Michael Andrews und Gary Jules auf Dauerschleife bei meiner Mitbewohnerin. Er passte damals so, und er passt heute noch besser, in diese verrückten Zeiten. Curt Smith von Tears For Fears hat das Lied seiner Band von 1982 jetzt in Quarantäne mit seiner Tochter Diva neu eingespielt. Die sieht nicht nur ihrem Vater wahnsinnig ähnlich, sondern kann auch Musik:

Nicht fehlen darf bei den Liedern fürs Jetzt – „Ein Lied für Jetzt“ von den Ärzten. Das mögen meine Kinder am liebsten.

Und welches Lied kriegst du jetzt nicht mehr aus dem Kopf?

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Und dann das Meer

Manchmal stelle ich mir vor, gleich hinter den Häusern beginnt das Meer. Im Fernsehturm spiegelt sich das Blau, hinter den Platten erhebt sich die riesige Fluke eines Wals, an den Straßenrand schwappt die nächste Welle. Und ich mittendrin.

So wie gerade noch, im Norden. Jeden Morgen, nach dem Frühstück, Kind abgegeben, Sachen gepackt. Mit den anderen Frauen zum Strand, einen Kreis gebildet, aufgewärmt durch die anfeuernden Worte der Therapeutin, die sportliche Betätigung und die Norderneyer Rakete (wer jetzt weiß, was gemeint ist, kann sich freuen;). Atmen. Eine Frage noch und dann kurz darauf das Kommando: „Was sagt Dir das Meer?“ und „Ausziehen!“

Schon allein die Luft an der Haut wirkt wie ein kleiner Schock. Gefühlte minus drei Grad wird später auf der Urkunde stehen, auf die ich wirklich stolz bin. Und dann: ins Meer. Erst nur mit den Füßen und schließlich jeden Tag ein Stück tiefer, ein Stück weiter. Je nach Wetter- und Wellenlage durchaus eine Herausforderung, für 40 Sekunden oder etwas länger dem Wasser Hallo sagen und weiter atmen, auch wenn der Atem stockt. Ein, aus.

Das High danach ist unvergleichlich, weil komplett natürlich. Es geschafft zu haben ist das Eine. Das, was im Körper passiert, das Andere. Endorphin, Serotonin, Dopamin, Adrenalin, you name it. Und so trafen sich ein paar von uns jeden Morgen auch ohne Therapeutin und mit den Kindern auf Norderney zur sogenannten Abhärtung. Es ist das, was mir am meisten fehlt: Das Meer. Von dem ich aber auch so viel mitgenommen habe, in die große Stadt.

Es gibt Eis, Baby

Eistorte.JPG

Man nehme eine Autorin mit dem Auftrag, über selbstgemachtes Eis zu schreiben. Eine Autorin mit Hang zu Leckereien und persönlichen Herausforderungen. Man nehme einen Kindergeburtstag mit dem Motto „Harry Potter“ und die Frage nach dem Kuchen des Tages. Man nehme außerdem die wunderbare Linda Lomelino, einen gut sortierten Küchenartikel-Laden in Prenzlauer Berg und ein Tiefkühlfach, in das eine Menge rein passt. Heraus kommt dieser Artikel und diese Eistorte oben. Mit Zauberhut. Fanden die kleinen Hexen und Magier übrigens hübscher als lecker. Dafür freuten sich die Älteren. Blieb mehr für sie übrig. War nämlich köstlich.

Rezept und Buchvorstellung folgen!

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Land in Sicht?


Vorfreude ist ja eigentlich die schönste Freude. Eigentlich. Wenn da nicht das kranke Kind wär, der eigene Husten und – nicht zu vergessen – die angesagten Temperaturen. Ein bisschen Landvergnügen werden wir aber schon haben, die nette Fotografin Frau Hermannsen und ich. Da werden auch die Bilder nicht so wackelig wie hier bei mir, wo das kranke Kind partout den kleinen Bulli nicht hergeben will und an mir zerrt und zieht. Da werden die Bilder nur wackelig, weil das Kopfsteinpflaster den großen Bulli hin und her ruckelt. Was wir so erleben werden, steht dann in der Aufs Land – und vielleicht auch hier. 

Das Wort zum Montag I

blueten

Kein einfacher Tag, dieser Montag. Die Kinder wollen nicht in die Kita/Schule, der Mann nicht zur Arbeit, ich nicht an den Schreibtisch. Müssen aber alle. Geht ja nicht anders. Sagt das große Kind beim Frühstück: „Wieso ist es nicht andersherum? Zwei Tage Schule, fünf Tage Wochenende!“ Das wär toll. Finden wir auch. Nicht unbedingt noch mal Schule, aber fünf Tage frei. Bei den Überlegungen, was dann aber noch so alles liegen blieben würde, kamen doch erste Zweifel auf. Und wie sehr würde man dann den ersten der beiden Arbeitstage hassen – gerade mal drin, kaum wieder raus. Und so nicke ich heute dem Montag zu, erfreue mich an den blühenden Bäumen auf dem Weg in die Kita, setze mich an den Schreibtisch, feile am Exposé, recherchiere und arbeite an den bestehenden und geplanten Artikeln. Neu auf dem Programm stehen bei mir der Online-Shop und der Blog für den wunderbaren Friedrichshainer Laden Snugata mit ökologischer Baby- und Kinderkleidung. Allein das wäre im Sommer noch nicht geschafft, wenn ich immer fünf Tage Wochenende hätte. Aber schön, schön wäre es irgendwie dennoch…

 

Zwischen Himmel und Sand

abhiersand

Da stehe ich also und versuche erstmal einen Überblick zu bekommen, wo der Himmel aufhört, das Meer beginnt und der Sand endet. Artikel über Lammbraten in der taz, eine ganz besondere Reise durch Brandenburg, der entstehende Webshop für den hübschen Laden „Snugata“ mit ökologischer Kinderkleidung, für den ich gerade arbeite, sowie ein neues Herzensprojekt standen und stehen an. Und eine kleine Bilderflut von der Nordsee, die geordnet werden will, auch im Kopf. Darunter welche, die mal ausnahmsweise nicht ich, sondern meine Freundin E. Engelhardt gemacht hat. Wie dieses hier. Von meinem Mädchen und mir. Danke!