Ein Moment auf dem Deich

bleibeschafrainbow

Ein Moment auf dem Deich, mit der jährlichen Kastanie in der Jackentasche in der einen Hand und dem Telefon in der anderen. Den Tränen des Moments und der vielen Momente, die es so nicht mehr geben wird. Und diesem einen, in dem die Welt ein kleines bisschen stehen blieb. Für mich und die meinen. Der Windstoß vom Meer, das Schaf ein Stück weiter, die Weite im Blick. Wir beide. Und dann nehme ich die Kastanie aus der Tasche, lege auf – ich weiß noch genau, mit wem ich gesprochen habe, dabei sind es so viele, so viele Menschen, Fremde und Bekannte und Geliebte, die ich Stunde um Stunde und Minute um Minute am Ohr habe – und gehe ein, zwei Schritte. Sehe das Loch im Zaunpfahl, stecke die Kastanie rein – und lasse sie da. Und mit ihr all diese Momente dort oben am Deich, in denen die Welt ein kleines bisschen stehen blieb und nichts mehr so war wie zuvor. Ich lasse sie da. Und sehe den Regenbogen.

 

 

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Land in Sicht?


Vorfreude ist ja eigentlich die schönste Freude. Eigentlich. Wenn da nicht das kranke Kind wär, der eigene Husten und – nicht zu vergessen – die angesagten Temperaturen. Ein bisschen Landvergnügen werden wir aber schon haben, die nette Fotografin Frau Hermannsen und ich. Da werden auch die Bilder nicht so wackelig wie hier bei mir, wo das kranke Kind partout den kleinen Bulli nicht hergeben will und an mir zerrt und zieht. Da werden die Bilder nur wackelig, weil das Kopfsteinpflaster den großen Bulli hin und her ruckelt. Was wir so erleben werden, steht dann in der Aufs Land – und vielleicht auch hier. 

Zwischen Himmel und Sand

abhiersand

Da stehe ich also und versuche erstmal einen Überblick zu bekommen, wo der Himmel aufhört, das Meer beginnt und der Sand endet. Artikel über Lammbraten in der taz, eine ganz besondere Reise durch Brandenburg, der entstehende Webshop für den hübschen Laden „Snugata“ mit ökologischer Kinderkleidung, für den ich gerade arbeite, sowie ein neues Herzensprojekt standen und stehen an. Und eine kleine Bilderflut von der Nordsee, die geordnet werden will, auch im Kopf. Darunter welche, die mal ausnahmsweise nicht ich, sondern meine Freundin E. Engelhardt gemacht hat. Wie dieses hier. Von meinem Mädchen und mir. Danke!

hello 2016

hello2016

Hello 2016, da bist Du ja, kommst mit ein bisschen Kälte, Schnee und Ruhe auf dem Land daher, in der Stadt tobt der Wahnsinn, in den Köpfen auch, was passiert da bloß, zu viel schlechte Nachrichten, unglückliche Aufeinandertreffen, die die falschen Stimmen wieder lauter schreien lassen werden, die eine alte Problematik ans Licht bringen, Frauen sind kein Freiwild verdammte Scheiße, was sollen wir bloß unseren Töchtern sagen, wie sollen sie sich wappnen für diese Welt, mit einem Schwachsinnssatz wie #einearmlänge, hello? Meine Gedanken sind bei den Frauen, die schutzlos einem gewalttätigen Männer-Mob ausgeliefert waren, die das neue Jahr entwürdigend und voller Angst erleben mussten, aber auch bei den völlig überforderten und zu wenigen Polizisten sowie den Flüchtlingen, die jetzt noch schiefer angeguckt werden. Köln, ich denke an Dich. Und hoffe das Beste.

Für alles andere: Auch.

Über allem die Zeit

diezeit

Eine Scheune, groß genug für einen 100 Meter Lauf, mit Toren so blau-grau wie der Himmel, weit und wild. Ein Gutshof, der nicht einfach nur irgendein Gutshof ist. Intakt und riesig, mit einem ganz besonderen Besitzer, der die taz druckt und die Stadtrevue gründete. Der seine Tiere so aufwachsen lässt, wie es immer der Fall sein sollte. Die Rinder das ganze Jahr draußen, die Kälbchen bei den Kühen, die Schweine in großen Ställen mit viel Auslauf – und alle kriegen bestes Getreidefutter. Bio. Von den Äckern und Weiden um die sieben Seen. Wo Schildkröten und Schwarzstörche leben. Wo Schwalben Platz haben in den alten Gemäuern der Ställe, Feldsteinwänden und der Schmiede. Wo ein alter Zirkuswagen steht. Hier ticken die Uhren noch anders, hier zählen die Ruhe und das Bewahren. Von Natur und Kultur. Mehr über Gut Temmen bald in der „Aufs Land“. Von mir. Und Sandra Hermannsen.

Ich träume mal…

traumIch träume mal… Das darf man ja… Von einem Haus, das wir vor Jahren schon an einem See im Umland entdeckten, von einem Haus, ein wenig verfallen, ein wenig verspukt, aber so schön. Welche Geschichte sich wohl hinter diesem Haus verbirgt, wer hier lebte, wer hier nicht mehr leben durfte, wer sich ihm hier bemächtigte, unrechtmäßig. Wem es wohl jetzt gehören sollte? Wem es wohl gehört? Lese mich gerade ein in wunderbare Landgeschichten von Menschen, die ihr Traumhaus gefunden und renoviert haben, Ferienwohnungen einrichteten, den Himmel und die Weite vor der Tür und im Herzen. Meine Sehnsucht, aus der Stadt raus zu kommen, nimmt in meiner Fantasie fast wahnsinnige Züge an. Man könnte doch… Das Haus kaufen, es renovieren, einziehen, einrichten, die Kinder in den wilden Garten lassen, Ferienwohnungen eröffnen, nebenher schreiben, schreiben, schreiben. Ich träume einfach mal… Das darf man ja…