Es gibt Eis, Baby

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Man nehme eine Autorin mit dem Auftrag, über selbstgemachtes Eis zu schreiben. Eine Autorin mit Hang zu Leckereien und persönlichen Herausforderungen. Man nehme einen Kindergeburtstag mit dem Motto „Harry Potter“ und die Frage nach dem Kuchen des Tages. Man nehme außerdem die wunderbare Linda Lomelino, einen gut sortierten Küchenartikel-Laden in Prenzlauer Berg und ein Tiefkühlfach, in das eine Menge rein passt. Heraus kommt dieser Artikel und diese Eistorte oben. Mit Zauberhut. Fanden die kleinen Hexen und Magier übrigens hübscher als lecker. Dafür freuten sich die Älteren. Blieb mehr für sie übrig. War nämlich köstlich.

Rezept und Buchvorstellung folgen!

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Ein Fest für J. – und ein Vorhaben

j_vorbereitungenJ. oh J., was bist Du für ein tolles Partygirl, hast Deine Gäste mit einem „Alles-lacht“-Gesicht begrüßt, in der Kälte ausgeharrt, im Rampenlicht gestanden und den feierlichen Akt ohne mit der Wimper zu zucken mit großen Augen wahr genommen, hast gegessen und getrunken – Dir ganze Brotscheiben mit solcher Wonne zu eigen gemacht, als wäre es das feinste Essen auf der Welt -, hast mit den Beinen gewippt und dem Oberkörper getanzt. Hast ganz unauffällig ein Schläfchen hier und ein anderes da gemacht, hast nach dem Aufwachen wieder alle bezirzt, alle beglückt, so dass sich jeder darum riss, in Deiner Nähe zu sein. Mal ehrlich, mit sechs Monaten könnte das bei einer Taufe auch ganz anders sein. Aber das bist Du – eine tolle J.!

Noch ganz beseelt von einem schönen Fest für ein besonderes kleines Mädchen geht es jetzt  (- ich will nicht sagen natürlich verspätet, tue es aber ein wenig beschämt doch -) endlich an die Durchführung meines Vorhabens: Eine etwas abgewandelte Triangel-Patchworkdecke für mein frisch gewässertes Patenkind. Die Stoffe sind da, das Bild im Kopf auch, inspiriert von hier und hier und hoffentlich geholfen durch hier. Ich werde berichten.

 

Sprachlosigkeiten

Über: Das Hier und Jetzt, das Da und Dort, das Wir und Die, den Krieg und Frieden, das Gut und Böse, die Angst und den Mut, das Töten und Leben lassen, die Trauer und Freude, den Glauben und das Zweifeln, das Du und Ich, das Meins und Deins, die Opfer und Täter, das Verzeihen und Beschuldigen, das Lügen und Gestehen, das Vertuschen und Verklären, den Hass und die Liebe, den Sinn und Unsinn. Und alles, alles, alles dazwischen. Erklär Deinem Kind die Welt. Ist nicht einfach gerade.

Einfach mal den Stecker ziehen

heartbook by lManchmal will ich einfach den Stecker ziehen. Wenn das eine Kind krank und das andere quengelig ist, wenn sich die Ablage auf dem Schreibtisch über die Ablage stapelt und das Bad aussieht wie ein Dachboden. Wenn es sich so anfühlt, als würden alle anderen ihr Leben prima in den Griff kriegen, nur bei einem selbst rumpelt und hakt es. Wenn man unfair wird und unfair denkt und so gerne fair wäre, aber es eben in diesem Moment nicht kann. Wenn man das Gefühl hat, dass man jetzt einfach gar nichts kann. Kein Kind beruhigen, keine Stapel abarbeiten, kein Zimmer putzen (und natürlich gar keinen Dachboden haben), keinen klaren Kopf behalten, kein gar nichts. Nur den Stecker ziehen. Bitte einen Moment. Jetzt. Zack.

(Foto: Artwork „HeartBook“ by L. Hennebach)

Amoras Pfeil

amoras pfeil Amoras Pfeil hat mich mit voller Wucht getroffen. Trifft mich immer und immer wieder. Etwa in Momenten wie diesen, wenn L. vor mir steht, mit imaginierter Sehne zum halben Bogen, und einer Anmut, die sie für mich tatsächlich zu einem  ätherischen Wesen macht. In all ihrer Schönheit, die mich regelmäßig umhaut – bei ihr wird sogar das schnöde Papiertaschentuch zum zauberhaften Spitzenkopfschmuck. Wenn sie da steht und Liebesengel spielt. Wusch! Hit again! Es ist als wachse die Liebe, so wie sie wächst. Oder wächst eben mit, verändert sich, ist heute die Liebe zu einem fast sechsjährigen Mädchen und nicht mehr zu einem Neugeborenen mit knallrotem Schopf („Rote Haare!“, waren die ersten, etwas erstaunten Worte der Hebamme nach der Geburt – verständlich in Hinblick auf die unserigen nicht-(offensichtlich)roten Köpfe). Obwohl mir damals schon das Herz fast zu platzen schien, vor Liebe und Glück. Meine Amora, mein kleines großes Mädchen. Jetzt wirst Du bald sechs Jahre alt, wirst endlich all das (hoffentlich!) lernen, wonach Du trachtest, wirst in die Schule gehen, mehr Sachen alleine machen müssen (das schaffst Du!), neue Menschen und Aspekte des Lebens und Wissens kennen lernen. Ich habe gar keine Zweifel daran, dass Du Deinen Weg gehen wirst, mit all Deiner Kreativität, Fantasie, Offenheit, Wissbegier und Intelligenz, Deinem (An)Mut, Körpergefühl, Vertrauen, Talent und vor allem Deiner Unmenge an Liebe. Die trägst Du immer in Dir, egal, ob Du klein oder groß bist. Die ist einfach. Da. Und entflammt immer wieder. Wusch! Hit again!

Kinderkunst

mebyherDas bin ich. Und ich bin es wirklich. So, wie sie mich sieht. Und auch ein bisschen, wie ich mich sehe. Das ist schon verrückt, wenn das eigene, fast sechs-jährige Mädchen vor einem sitzt, mit Stift in der Hand und Papier auf dem Schoss, gestützt von einem Buch, und zeichnet. Ganz konzentriert, ganz ruhig. Zu mir guckt, malt, aufs Blatt guckt, malt, zu mir guckt, malt, aufs Blatt guckt, malt und so weiter. Woher hat sie das?, frage ich mich. Wer hat ihr das gezeigt?, wundere ich mich (mal wieder.) Und damit meine ich nicht unbedingt das Können sondern auch die Pose. Ihr Papa schließlich kann ziemlich gut zeichnen, seine Mama war eine Künstlerin, mein Papa zeichnet auch nicht schlecht und eins und eins gibt bekanntlich schon mal drei. Ich bin jedenfalls stolz wie Bolle, dass sie das so kann. Und so macht. Und so will. Unsere Ahnengalerie ist auch schon ein bisschen größer geworden. Hoffentlich darf ich ihr mal wieder Modell sitzen stehen.

Ordnung und Wunder

   Es muss alles seine Ordnung haben. Seine Anordnung. Oder vielmehr ihre. Schon als sie noch viel kleiner war, ordnete sie an. Das Obst aus ihrem Kaufmannsladen. Zusammen mit ihren Kuscheltieren und Bauklötzen und allerlei anderen Spielsachen baute sie ganze Wege und Straßen, fein säuberlich angeordnet vom Wohnzimmer über den Flur in ihr Zimmer. Heute sind es ihre Malsachen auf ihrem Schreibtisch, ihre Haargummis und Spängchen (die sie stets sofort wieder raus rupft), zusammen mit allerlei anderem Glitzer- und Rosa-Kleinkram auf einem Tuch, Schleich-Tiere und Playmo-Figuren aufgebaut in ganz eigenen Formationen. Auf Kisten und Schachteln. Aber auch alles andere. Fundstücke, Steine, Blumen. So wie dieses Stilleben. Sie macht Ordnung. Sie ist (m)ein Wunder. Das ich so bewunder‘.

Kampfansage

ritter mWie ein kleiner Ritter, so stand er da, mit einem Ästchen als Schwert, herausfordernd in die Höhe gehalten. So stand er da, vor dem Tore. Es war ein besonderer Moment, ein besonderes Bild an diesem Tag in der Stadt, in der das Herz sowieso gern mal ein bisschen höher schlägt. Denn es hat mir noch mal auf eine fast filmische Weise vor Augen und direkt ins Herz geführt: Hey! Ich schaffe das! Ich traue mich! Ich kämpfe! Was immer da auch ist, was immer sich hinter dem Tor verbirgt. Ja, das tust Du, mein kleiner Ritter. Das tust Du. Und Dein Lachen ist Dein unbesiegbarstes Schwert. Damit eroberst Du alles.