Adé, ana y otto

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Es war einmal ein wunderbares Café, in einer ruhigen Straße gelegen, nicht weit von hier, mit guten Stühlen und Tischen, geschmackvollen Lampen und einer Schlichtheit, nach der sich die arbeitende Seele bezeiten sehnte. Es war einmal ein Café, in dem stand ein kleiner Tisch, einer von diesen Tischen, mit prima Licht von oben und einer frischen Blume in einer Vase, davor ein schöner Retro-Stuhl, bequem, wahrscheinlich von Thonet, der hat schon viele Menschen getragen, die vielleicht irgendwann mal in einem Kino saßen, in einem Seminar oder einem Vortrag. Oder eben hier, in diesem Café. Mit wirklich gutem Kaffee. Hefeschnecken mit Zimt, weichen Eiern im Glas oder einer unvergleich schmackhaften Linsen-Birnen-Suppe. Mit gutem Service, der genau wusste, was man wollte. Hier an diesem kleinen Tisch, hinten in der Ecke, an dem so viele Texte entstanden, dass ich schon nicht mehr zählen kann. Die Wörter nicht, und auch die Tränen nicht, denn diesen Tisch gibt es nicht mehr. Es gibt diesen Stuhl nicht mehr, und diese Blumen nicht, den Kaffee nicht und den Service erst recht nicht und die Zimtschnecken nicht und überhaupt fast gar nichts mehr. Doch, das Café gibt es noch, es heißt wohl auch noch so. Aber es ist nicht mehr das Gleiche. Adé, altes ana y otto. Ich werde Dich sehr, sehr vermissen. Deine Annika. Vom ersten kleinen Tisch hinten links.

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Es gibt Eis, Baby

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Man nehme eine Autorin mit dem Auftrag, über selbstgemachtes Eis zu schreiben. Eine Autorin mit Hang zu Leckereien und persönlichen Herausforderungen. Man nehme einen Kindergeburtstag mit dem Motto „Harry Potter“ und die Frage nach dem Kuchen des Tages. Man nehme außerdem die wunderbare Linda Lomelino, einen gut sortierten Küchenartikel-Laden in Prenzlauer Berg und ein Tiefkühlfach, in das eine Menge rein passt. Heraus kommt dieser Artikel und diese Eistorte oben. Mit Zauberhut. Fanden die kleinen Hexen und Magier übrigens hübscher als lecker. Dafür freuten sich die Älteren. Blieb mehr für sie übrig. War nämlich köstlich.

Rezept und Buchvorstellung folgen!

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Land in Sicht?


Vorfreude ist ja eigentlich die schönste Freude. Eigentlich. Wenn da nicht das kranke Kind wär, der eigene Husten und – nicht zu vergessen – die angesagten Temperaturen. Ein bisschen Landvergnügen werden wir aber schon haben, die nette Fotografin Frau Hermannsen und ich. Da werden auch die Bilder nicht so wackelig wie hier bei mir, wo das kranke Kind partout den kleinen Bulli nicht hergeben will und an mir zerrt und zieht. Da werden die Bilder nur wackelig, weil das Kopfsteinpflaster den großen Bulli hin und her ruckelt. Was wir so erleben werden, steht dann in der Aufs Land – und vielleicht auch hier. 

Zwischen Himmel und Sand

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Da stehe ich also und versuche erstmal einen Überblick zu bekommen, wo der Himmel aufhört, das Meer beginnt und der Sand endet. Artikel über Lammbraten in der taz, eine ganz besondere Reise durch Brandenburg, der entstehende Webshop für den hübschen Laden „Snugata“ mit ökologischer Kinderkleidung, für den ich gerade arbeite, sowie ein neues Herzensprojekt standen und stehen an. Und eine kleine Bilderflut von der Nordsee, die geordnet werden will, auch im Kopf. Darunter welche, die mal ausnahmsweise nicht ich, sondern meine Freundin E. Engelhardt gemacht hat. Wie dieses hier. Von meinem Mädchen und mir. Danke!

Über allem die Zeit

diezeit

Eine Scheune, groß genug für einen 100 Meter Lauf, mit Toren so blau-grau wie der Himmel, weit und wild. Ein Gutshof, der nicht einfach nur irgendein Gutshof ist. Intakt und riesig, mit einem ganz besonderen Besitzer, der die taz druckt und die Stadtrevue gründete. Der seine Tiere so aufwachsen lässt, wie es immer der Fall sein sollte. Die Rinder das ganze Jahr draußen, die Kälbchen bei den Kühen, die Schweine in großen Ställen mit viel Auslauf – und alle kriegen bestes Getreidefutter. Bio. Von den Äckern und Weiden um die sieben Seen. Wo Schildkröten und Schwarzstörche leben. Wo Schwalben Platz haben in den alten Gemäuern der Ställe, Feldsteinwänden und der Schmiede. Wo ein alter Zirkuswagen steht. Hier ticken die Uhren noch anders, hier zählen die Ruhe und das Bewahren. Von Natur und Kultur. Mehr über Gut Temmen bald in der „Aufs Land“. Von mir. Und Sandra Hermannsen.

Gestatten, Landreporterin!

landreporterinWie schön ist es doch, mal aus dem Moloch raus zu kommen. Wie schön ist es doch, aufs Land zu fahren. Im Moment bin ich da des öfteren wieder, in der Uckermark, im Spreewald, im Nirgendwo und Überall. Hauptsache raus, Hauptsache grün, Hauptsache Land. Zusammen mit der wunderbaren Fotografin Sandra Hermannsen, deren Lichtmodel ich gerne mal bin, schließlich lässt sie jeden strahlen. Danke Sandra, für ein paar schöne Geschichten mit Dir. Bald mehr dazu unter Schreiben.

Foto: Sandra Hermannsen

Ein Drittel Kind

2kidsDie deutsche Durchschnittsjournalistin hat 1,2 Kinder. Mir hat mal jemand erzählt, die Zahl läge bei 0,3, und auch das habe ich ohne Weiteres geglaubt. Vielleicht bezog sich das Drittel Kind aber auch auf freie Journalistinnen, da das kleine Wörtchen „frei“ ja schließlich einen immensen Unterschied zu dem fest angestellten Dasein macht. In dieser aktuelleren Umfrage gibt es keine konkreten Zahlen, hier schon: In mehr als 50 Prozent der Fälle hat die deutsche freie Journalistin keine Kinder. Kommt also dem 0,3 Kind wieder näher.

Wie auch immer, es sieht schlecht aus für die Mütter unter den Publizistinnen. Und ganz besonders für die Mehrfachmütter. Kein Wunder. Immer ein Kind, das krank werden kann, bei zweien noch eins mehr. Und mit der staatlichen Unterstützung sieht es auch nicht besonders gut aus, wenn die Elternzeit vorbei ist. Wenn Auftraggeber verloren oder pleite gegangen sind. Wenn man selbst krank wird. Und der Mann kein Anwalt, Arzt oder andersartig besonders gut verdienender Angestellter ist. Oder man gar keinen Mann hat, das Kind oder die Kinder alleine aufzieht. Und man keine freie Erfolgsjournalistin ist, die zu dem kleinen eingeschworenen Kreis dieser Handvoll in Berlin und Hamburg Zutritt hat. (Oder auch einfach gar keinen Zutritt haben will.)

Ich habe kein Drittel Kind. Ich habe zwei ganze Kinder. 2,0. Und zum Glück den Mann mit dabei. Und ich bin dankbar und glücklich darüber, und träume in vielen Momenten davon, noch mehr von diesen tollen, (rothaarigen,) kreischenden und schnellen Wesen in die Welt setzen – aber eben, wenn ich träume. Denn in den ganz wachen Momenten, in denen muss ich irgendwie sehen, wie ich mit diesen beiden auch noch mein Geld verdiene, in der Flut des Alltags und der Informationen, der Anforderungen und Aufgaben den Überblick behalte und auch keine Panik bei Ebbe bekomme. Mal gelingt das besser, mal schlechter. Bin ja auch noch nicht so lange 2,0-Mama.

So hebe ich also den Durchschnitt an. Egal, ob frei oder nicht. Und für nichts in der Welt würde ich es anders wollen. Auch wenn es gerade nicht so leicht ist.