Tränen in den Tagen

In den Tagen vor Weihnachten ist es ganz besonders schlimm. Schon auf der Fahrt in die Heimat – die wir trotz eigener kleiner Familie noch unternehmen – geht es los. Ich könnte ständig weinen – vor Freude oder Nostalgie oder Erinnerung oder Rührung oder allem zusammen. Wenn im Fernsehen die ganzen alten Filme laufen, die ich als Kind schon geliebt und gesehen, dann gibt es meist kein Halten mehr. Auch die Bücher, die immer noch in meinem alten Kinderzimmer stehen, die Fotos, die an den Wänden meiner Eltern hängen, der Geruch in den Zimmern und der uralte Weihnachtsschmuck, sie alle rühren mich zu Tränen. Mir scheint es jetzt noch schlimmer zu sein, als vorher. Vielleicht liegt das an dem Kind, das ich nun nicht mehr nur bin, sondern das ich auch habe? Von dem ich mir wünsche, das es sich auch einmal mit Tränen der Freude und der Rührung an seine Kindheit erinnert – nicht mit Tränen des Leids und der Trauer. Da vermischen sich eigene Gedankensplitter der Erinnerung mit denen der Hoffnung. Ich war gerne Kind, ich habe es geliebt, Kind zu sein. Und ich hoffe sehr, dass auch unsere Tochter gerne Kind sein wird, es liebt, Kind zu sein. Noch ist sie ja Kleinkind. Aber das hoffentlich auch gerne.

Für eben dieses unseres Kleinkind haben wir eine CD mit den Liedern aus den Astrid-Lindgren-Verfilmungen bekommen. Und als wir das auf der Herfahrt in die Heimat gehört haben, liefen sie wieder: meine Kindheitserinnerungstränen.

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