Schreiben und Yoga

Ich schreibe, seit ich mit 13 angefangen habe, in einem Tagebuch meine Erlebnisse festzuhalten – wie jedes dritte Mädchen sicherlich. Das Schreiben bekam dann aber im Jahr nach dem Abitur eine besondere Bedeutung – in den Briefen, die ich aus Paris an meine Freunde schrieb, in den vielen Heften, die von den Spaziergängen durch die Stadt und meinen postadolenten Gefühlen in dieser Zeit voll sind. Wenige Monate nachdem ich in Paris war, reiste ich mit dem Rucksack und einer Freundin durch Südostasien – wie jeder fünfte Postadoleszente sicherlich. Dort wurde das Schreiben noch wichtiger für mich – und eine Reisebekanntschaft brachte mich auf die Idee, Journalistin zu werden. Und so kam es.

Ich mache Yoga, seit ich mir mit 16/17 in der Stadtbücherei ein Buch aus den Spätsiebzigern ausgeliehen hatte, mit dessen Anleitung ich den Sonnengruss übte und mich irgendwie erleuchtet fühlte. Das war anders als aller Sport, den ich bisher gemacht hatte. Und ich habe viel Sport gemacht! Leistungsschwimmen, Ballett, Kunstturnen, Fechten. Das hier war anders, das hier tat auch gut. Meinen ersten Yogakurs machte ich dann beim Unisport an der Humboldt Universität. Dass dieser Yogalehrer ein nicht so unbekannter ist, das habe ich erst jetzt heraus gefunden. Nun, es war damals alles noch ein wenig fremd für mich, die Namen, das Einstimmen, die Übungen. Aber es tat gut. Ich war vielleicht 20 Jahre alt. Einige Zeit später entdeckte ich dann Iyengar Yoga für mich, eine Hatha Yoga Form, die mit viel Übungshilfen arbeitet – Klötzen, Bändern, Kissen. „Furniture-Yoga“ sagen die Amerikaner. Mehr oder minder regelmäßig begleitete mich dieses Yoga durch mein Studium. Mein langes Studium. Gerade die letzten Jahre bis nach dem Abschluss ging ich wieder regelmäßig. Es tat gut. Und dann wurde ich schwanger. Und wollte Schwangerenyoga machen. Und fand meine Lehrerin. Es folgten einige Monate Rückbildungsyoga nach der Geburt meiner Tochter, und dann fragte mich meine Lehrerin eines Tages: Annika, kannst Du Dir eigentlich vorstellen, Yoga zu unterrichten? Ja, war meine spontane Antwort. Und so begann ich mit der Ausbildung zur Schwangeren- und Rückbildungsyogalehrerin.

Ich schreibe weiterhin, beruflich und privat. Fühle mich im Schreiben zuhause und entdecke immer wieder Neues darin. Die Themen verändern sich, verändern sich mit den Lebensumständen, wie ich feststelle. Und Yoga hilft mir dabei. Ist ein guter Mitfahrer in diesem Vehikel Leben. Und gerade Yoga mit Schwangeren, das habe ich jetzt beim Vertreten meiner Lehrerin gemerkt. Es war wunderbar, die Schwangeren zu unterrichten. Vielleicht weil da noch so viel mehr Leben drin steckt…

Schreiben und Yoga. Kann ich nur jedem empfehlen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s